Veranstaltung am 02.10. mit MdL Markus Ganserer (B90/Die Grünen)

Am Montag, dem 02.10.2017, veranstaltete die BI (Bürgerinitiative) gegen die Waldzerstörung im Gasthof zur Linde in Lauf/Heuchling eine Informationsveranstaltung, deren Höhepunkt ein Gastvortrag des Landtagsabgeordenten und Forstexperten Markus Ganserer (B90/Die Grünen) mit anschließender Diskussion war.

Nach initialer Berichterstattung über die Aktivitäten der BI – unter anderem einen rege besuchten Informationsstand am Reichswaldfest des BN – sowie der Beteiligung an der Gründung der bundesweiten Initiative BundesBürgerInitiative WaldSchutz (BBIWS), der inzwischen Teilnehmer aus elf Bundesländern angehören, hielt Markus Ganserer einen sehr informativen Vortrag über den Zustand des bayerischen Waldes und die Verflechtungen mit Politik und Wirtschaft.

Hauptproblematik hierbei ist der finanzielle Druck auf die Staatsforsten, möglichst viel Gewinn abzuwerfen. Dieser Zustand besteht seit der Forstreform 2005. Folge ist die Industrialisierung der Waldwirtschaft, die in übermäßigem großmaschinellen Einsatz und Stellenabbau in den Forstbetrieben resultiert.

Erkennbar wird dies für den Waldbesucher durch die vielen Rückegassen im Reichswald (und allen anderen von den Staatsforsten verwalteten Wäldern – mit Ausnahme weniger streng geschützter Flächen) mit reichlich Boden- und Vegetationszerstörung, massiver lokaler Holzentnahme, Umwandlung kleiner Waldwege in Forststraßen, auf denen sich manchmal aufgrund des Schotterauftrages kaum noch Radfahren lässt. Eine Erholung des betroffenen Waldes dauert hierbei oft Jahre, der Boden und die Vegetation der Rückegassen ist über Jahrzehnte auf Dauer geschädigt.

Dieser Zustand des Waldes wurde in der anschließenden Diskussion von den Zuhörern angeprangert, welche die gesetzlich verankerte Erholungsfunktion des Waldes für den Bürger – dem der Wald im Prinzip gehört, da die Staatsforsten nur eine Verwaltungsfunktion haben – missen lassen. In vielen persönlichen Gesprächen haben betroffene Waldbesucher auf dem Reichswaldfest und im Rahmen der Aktionen der BI diesen Eindruck bestätigt und ihr Leid geklagt. Anstatt erholt vom Spaziergang oder Waldbesuch nach Hause zu kommen, mache sich nur Ärger breit.

Hier bot Markus Ganserer eine positive Alternative an: wenn man auf den Gewinn der Staatsforsten verzichten würde, wie es in der Zeit vor der Forstreform war, würde man damit nicht nur auf die wirtschaftliche Nachhaltigkeit, sondern auch auf die Schutz- und Erholungsfunktion des Waldes achten. Die Massenentnahme des Holzes mit riesigen Holzpoltern an den Waldwegen und lokaler Waldverwüstung würde einer flächigeren und schonenderen Abholzung weichen (bei ausreichender Sicherung des Holzbedarfes). Der Einsatz von Großmaschinen mit häufig unterbezahlten ausländischen Arbeitern könnte lokalen Firmen weichen, und die Forstämter könnten ihr Personal wieder aufstocken – mit Festanstellung statt Zeitverträgen – welches den Wald wieder wie früher täglich aufsuchen und bewirtschaften könnte, ohne durch den finanziellen und personellen Druck gezwungen zu sein, tagelang im Büro am Computer zu verbringen, während ein Subunternehmer zum günstigsten Angebotspreis im Wald sein Schadenswerk vollbringt.

Bei einem Gewinn der Staatsforsten mit Hilfe der Waldindustrialisierung von derzeit 2-10 Euro pro bayerischem Bürger im Jahr sollte uns Allen die Reform der Forstreform dies wert sein.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s