Proteste gegen ICE-Werk im Reichswald

Liebe Wald- und Naturfreunde,

um es noch einmal deutlich zu machen – der Reichswald ist nicht der einzige Forst, um den wir uns in Deutschland oder weltweit Gedanken machen müssen.

Auch wenn in den letzten Berichten die Gesamtlage in Deutschland etwas zu kurz kam, gibt es hier viele Neuigkeiten, im Guten wie im Schlechten. In den letzten Jahren sind viele neue Bürgerinitiativen entstanden, die den Staatsforsten und lokalen Waldzerstörern den Kampf angesagt haben. Unterstützt durch unsere Dachorganisation BBIWS (BundesBürgerInitiative Waldschutz) mit unserem Kernteam Claudia Blank und Susanne Ecker, sowie vielen Waldspezialisten sind bereits viele Fortschritte gelungen.

Um hier auf dem neuesten Stand zu bleiben, bitte ich Sie, die Homepage der BBIWS zu besuchen:

https://www.bundesbuergerinitiative-waldschutz.de/aktuelles/

Zusammen mit den benachbarten Bürgerinitiativen in Röthenbach bei St. Wolfgang und in Harrlach sind schon mehrere Info- und Protestveranstaltungen erfolgt.

Der Internetauftritt des Bündnisses „Keine ICE-Werk im Reichswald“ informiert Sie über die aktuellen Geschehnisse und bietet eine Menge Hintergrundinformation:

In Feucht fand neben den bereits erwähnten Aktionen an der Weissenseesiedlung inzwischen neben einer Menschenkette samt Vorträgen auch am 10.11. eine Dialogveranstaltung statt, die von vielen Mitbürgern besucht wurde, die ihre Bedenken mitteilen konnten.

Herbert Fahrnbauer veröffentlichte hierzu folgenden Artikel:

Keine Zerstörung des Reichswalds“


Das Bündnis „Kein ICE-Werk im Reichswald“ hatte eingeladen und viele kamen,
um gegen die Zerstörung des Reichswalds zu protestieren. Die Kundgebung
fand in Feucht auf dem Parkplatz vor der Reichswaldhalle statt,
Informationsstände vor der Bäckerei Fuchs konnten von den Besuchern
ergänzend dazu besucht werden. Die bereits vorher schon angekündigte
„Menschenkette“ gegen die Zerstörung des Reichswalds bewegte sich im
Anschluss an die Kundgebung von der Reichswaldhalle über die Pfinzingstraße
und Brauhausgasse zurück zur Reichswaldhalle.
Als Redner konnte das Bündnis die Herren Dr. Herbert Barthel (BN-Nürnberger
Land), Hubert Galozy (BI-Raumwiderstand) und Richard Mergner (BN-Bayern)
gewinnen, die zu den aktuell geplanten Großprojekten im Reichswald und den
daraus resultierenden Konsequenzen sprachen. Im Mittelpunkt stand natürlich
das ICE-Instandhaltungswerk der Deutschen Bahn, das bevorzugt auf einem der
drei verbliebenen Gebiete Muna Nord, Jägersee-Forst oder Harrlach
verwirklicht werden soll. All drei Gebiete liegen dabei mitten im Bannwald, der
unter dem höchsten bayerischen Schutzstatus steht. Zudem stehen sie noch
unter dem Schutzstatus der Europäischen Union, wie Natura 2000 und
Vogelschutzgebiet. Ergänzend dazu wurden die lokalen Auswirkungen der
Energiewende durch die geplanten 380 kV-Höchstspannungsstromtrassen
verdeutlicht, die den Reichswald großflächig zerschneiden. Die Auswirkungen
der lokalen Energiewende und Mobilitätswende haben eines gemeinsam, sie
reduzieren als ersten Schritt auf einer enorm großen Fläche den gesunden und
für den Menschen und die Natur so wichtigen Wald, den der Bürger derzeit
noch als Naherholungsgebiet nutzen kann.
Dabei hat die Deutsche Bahn doch viele für ein ICE-Instandhaltungswerk
bestens geeignete Industrieflächen gewinnbringend veräußert und sucht nun
kostengünstige Ersatzflächen im unmittelbaren Naherholungsgebiet der
Bürger. Bei der Energiewende soll „Windstrom“ über kilometerlange
Höchstspannungsstromtrassen von der Erzeugung im Norden zu den
Verbrauchern im Süden transportiert werden. Ein kritischer Blick auf die
aktuelle Planung zur Energieerzeugung in den Nachbarländern zeigt jedoch, die
Kernenergie mit einem neuen Reaktortyp kommt mit riesigen Schritten zurück,
ergänzt durch den Braunkohlestrom unserer östlichen Nachbarn. Die im
Reichswald dafür installierten Trassen eignen sich somit hervorragend für die
Verteilung. Über die oftmals als sinnvoll angesehene Lösung einer dezentralen
Energieversorgung spricht dagegen kaum noch jemand. Die Energieerzeugungskosten und Durchleitgebühren bezahlt letztendlich der
Verbraucher, von den gesundheitlichen Risiken verursacht durch die 380 kV-
Höchstspannungstrassen ganz zu Schweigen.
Wie sieht nun das Ergebnis für die Natur und Umwelt, sowie die betroffenen
Bürger (nur auszugsweise) aus, wenn diese Großprojekte tatsächlich realisiert
werden sollten?
Ein mindestens 46 ha großes über viele Jahrzehnte gewachsenes, gesundes und
artenreiches Waldgebiet wird ersetzt durch eine versiegelte Industriefläche für
ein ICE-Instandhaltungswerk. Weitere Flächenversiegelungen von bis zu ca. 144
ha, erforderlich durch umfangreiche Infrastrukturmaßnahmen wie zusätzliche
Gleisanlagen, Zufahrtsstraßen, Parkplätze, etc. zeichnen sich bereits heute ab.
Die für den „Ballungsraum Nürnberg“ so wichtige natürliche Klimaanlage
verschwindet und wird ersetzt durch weitere Industriebetriebe. Damit
verbunden eine deutliche Zunahme der Lärmbelastung durch zusätzlichen
Lieferverkehr auf den Straßen sowie der unvermeidbaren „Hupentests“ der
ICE-Züge (24 Stunden/7 Tage). Darüber hinaus wird sich die lokale Luftqualität
deutlich verschlechtern, denn ohne Wald keine CO2-und Staubreduzierung. Die
für die Trinkwasserversorgung der Region so wichtige Grundwasserbildung
entfällt genauso wie die unbefestigte Ausgleichsfläche als Rückversicherung für
zunehmende Extremwetterereignisse.
Als deutliches Zeichen des Protests gegen die aktuellen Planungen dieser
Großprojekte, die den geschützten Bannwald großflächig und nachhaltig
zerstören, nahmen nahezu alle Teilnehmer der Kundgebung mit Begeisterung
an der „Menschenkette“ teil.

Wir werden Sie über die weiteren Aktionen und Geschehnisse auf dem Laufenden halten. Trotzdem empfehlen wir, auf den oben genannten Links weitere Informationen einzuholen.

Ihr Team gegen die Waldzerstörung

Claudia Blank, Herbert Fahrnbauer, Eckhard Schulz und Roland Rippel

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