5 vor 12 – Führungen

Wie in den letzten Beiträgen bereits angekündigt, können wir unsere 5 vor 12 – Führungen endlich in die Tat umsetzen.

Hierfür suchen wir möglichst Gebiete aus, in denen sich die Schädigung unserer Wälder durch die industrielle Waldbewirtschaftung („Holzacker“)  aktuell am deutlichsten zeigt.

Die Dauer ist mit ca. 1.5 – 2 Stunden veranschlagt.

Den Beginn macht Hans-Jürgen Krauss, ein erfahrener Naturführer und Pädagoge, am Sonntag, den 06.05. um 10:00 Uhr. Treffpunkt ist der Parkstreifen vor der Rudolfshofer Schule in der Reichenberger Straße in Lauf an der Pegnitz (PLZ 91207).

Die zweite Führung ist für Sonntag, den 10.06., ebenfalls um 10:00 Uhr vorgesehen. Der genaue Treffpunkt wird noch in der nächsten Aktualisierung bekannt gegeben, ist aber an einem der beiden Endpunkte des bodenkindlichen Lehrpfades bei Kalchreuth. Professor Dr. Armin Skowronek (siehe auch Menü Expertenzirkel) wird allen Teilnehmern die bodenkundlichen Aspekte mit allen Konsequenzen der industriellen Holzernte erläutern.

Wir freuen uns auf rege Teilnahme.


 

Holzfällungen an der Regensburger Straße

Besorgte Mitbürger beschweren sich zunehmend über die Holzfällungen, welche laut Staatsforsten zur Sicherung des Straßenverkehrs durchgeführt werden müssen.

Wie Herbert Fahrbarer in seinem Brief an mehrere betroffene Ansprechpartner schrieb:

„Wie aus dem beiliegenden Zeitungsartikel entnommen werden kann, sollen ab kommenden Dienstag umfangreiche großflächige Baumfällarbeiten in Nürnberg an der Regensburger Straße durchgeführt werden. Der Einsatz von 4 (vier !) Harvestern lässt ein Ergebnis erwarten, das weit über eine „Verkehrssicherungsmaßnahme“ hinausgeht. Aus unserer Sicht ist diese umfangreiche und großflächige Baumfällaktion in keinster Weise akzeptabel, insbesondere auch deshalb, weil derzeit die Vogelbrutzeit stattfindet. Darüber hinaus widerspricht diese geplante Fällung dem BNatschG (§39 Abs.5 Nr.2), wonach ab 1.März ein generelles Verbot zur Fällung von Bäumen, Hecken, Büschen und Sträuchern besteht. Aus unserer Sicht ist diese geplante Baumfällaktion auch eine Frage der politischen Glaubwürdigkeit, wenn auf der einen Seite dem Vorgartenbesitzer hohe Geldbußen bei einem Verstoß gegen die Vorschriften des BNatschG angedroht werden, auf der anderen Seite 4 Harvester den „Wald großflächig aufräumen“. Wir bitten Dich deshalb darum, Dich dafür einzusetzen, dass diese geplanten Aktionen nicht gerade während der aktuell stattfindenden Vogelbrutzeit durchgeführt werden.“

Dieses Vorgehen ist umso fragwürdiger, zumal die Planung für diese „dringliche Sicherheitsmaßnahme“ 2015 begann, und jetzt trotzdem in der Brutzeit erfolgt. Aber die Staatsforsten sind ja durch Sondergenehmigungen nicht an Gesetze gebunden, die ansonsten für jeden Durchschnittsbürger gelten und mit nicht unerheblichen Strafen belegt sind.

Entsprechend der Aussagen der NN sollen über 1000 Bäume bei diesem Projekt gefällt werden. Dies ruft sogar den BN auf den Plan, der in Person von Herrn Dr. Straußberger, der üblicherweise  den Schulterschluss mit Herrn Blank von den Staatsforsten sucht (und leider meist auch findet, wie auch kürzlich in einem gemeinsamen ganzseitigen Bericht im Wochenmagazin vom 14./15. April der NN –  „geliebter Wald“), sogar eine kritische Pressemitteilung veröffentlichte:

„TAG DES BAUMES: BN KRITISIERT ÜBERZOGENE VERKEHRSICHERUNGEN

BÄUME LEBEN GEFÄHRLICH AN NÜRNBERGS STRASSEN

 Zum internationalen Tag des Baumes kritisiert der BUND Naturschutz in Bayern (BN), dass durch überzogene und nicht fachgerechte Verkehrssicherungsmaßnahmen viele Bäume unnötig gefällt werden. Der BN hat zwar Verständnis, dass entlang von Straßen und Wanderwegen im Zuge der Verkehrssicherung Bäume gefällt werden müssen, die drohen auf die Straße zu fallen, weil sie krank oder beschädigt sind oder zu schräg stehen. „Allerdings darf es keine Massenfällungen auch von gesunden, unproblematischen Bäumen unter Verweis auf die Verkehrssicherung geben“, so Ralf Straußberger, Waldreferent des BN, „weil das vorsorgliche Fällen von gesunden Bäume nicht Gegenstand der Verkehrssicherungspflicht ist.“ Solche Negativbeispiele hatte der BUND schon 2009 in seinem Schwarzbuch Wald kritisiert. In einem aktuellen Fall kritisiert der BN Massenfällungen im Wege der Verkehrssicherung entlang einer Straße in Nürnbergs Südosten durch die Bayerischen Staatsforsten. „Wir appellieren an die Staatsforsten und kommunalen Waldbesitzer auch für solche Aufgaben wieder mehr Fachpersonal vorzuhalten. Der massive Personalabbau darf nicht dazu führen, dass es zu solchen Großeinsätzen und pauschalen Massenfällung kommt“, so Richard Mergner, Landesbeauftragter des BN.

 Bäume leben gefährlich an Nürnbergs Straßen

Ganz aktuell kritisiert der BN Massenfällungen entlang der Regensburger Straße in Nürnbergs Südosten durch die Bayerischen Staatsforsten. Der Forstbetrieb Nürnberg hatte dort vor wenigen Tagen in einem einmaligen Großeinsatz 1000 Bäume fällen lassen und als Grund angegeben, dass die Bäume dort stark geschwächt seien und viele langsam absterben würden. Aber nachdem der Waldreferent des BN die Maßnahme begutachtet hat, hält er sie in mehreren Punkten für nicht fachgerecht. „Es wurden nicht nur einzelne Bäume gefällt, wie uns der Forstbetrieb vorab berichtet hatte, sondern massenhaft auch gesunde Bäume und vor allen dicke Kiefern sowie Eichen“, kritisiert Ralf Straußberger, Waldreferent des BN. „Viele der gefällten Bäume hatten eine vitale Krone und hatten keine Anzeichen, dass sie bald absterben“. Zudem wurden auf der Nordseite der Straße fast alle Bäume abgesägt, die am nächsten zur Straße standen. „Wir halten auch den Zeitpunkt für viel zu spät, weil jetzt die Brutzeit schon begonnen hat und solche Fällung im Vogelschutzgebiet dann tabu sein sollten“, so Kai Frobel, stellvertretender Landesbeauftragter des BN.

Appell für Verkehrssicherung mit Augenmaß

Der BN appelliert an die Staatsforsten und Waldbesitzer, Verkehrssicherung mit Augenmaß zu betreiben und fordert, dass Verkehrssicherungsmaßnahmen immer einzelbaumbezogen begründet und durchgeführt werden müssen. Die Maßnahmen müssen den aktuellen Erfordernissen angemessen sein und dürfen nicht „auf Vorrat“ oder „im Vorgriff“ durchgeführt werden. Flächige Nutzungen im Zuge der Verkehrssicherung sind nach Ansicht des BN nicht zulässig. Grundsätzlich setzt sich der BN in dem juristisch, schwierigen Feld der Verkehrssicherung dafür ein, dass die Pflichten der Waldbesitzer deutlich reduziert werden.

Zumindest im Wald haftet nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs aus 2012 der Waldbesitzer nicht für waldtypische Gefahren.Entlang von Straßen sind aber regelmäßige, protokollierte Begänge wichtig, sowie eine zeitnahe Ausführung der erforderlichen Verkehrssicherungsmaßnahmen. „Der Personalabbau im Staatswald und teilweise auch bei den kommunalen Forstbetrieben trägt sicher auch mit dazu bei, dass die Fällungen bei der Verkehrssicherung großflächiger und deutlich massiver ausfallen, auch weil die Maßnahmen konzentriert an Unternehmer vergeben werden“, so Straußberger.

 Verkehrssicherung mit bundesweiter Relevanz für Baumschutz

Bereits 2009 hatte der BUND in seinem Schwarzbuch Wald auf diese Problematik aufmerksam gemacht. In 6 von 15 bundesweiten Fallstudien spielte die Verkehrssicherung eine Rolle bei den kritisierten Fällungen. Im seinem Waldreport 2016 hat der BUND dokumentiert, dass es auch sehr positive Beispiele gibt, wie Verkehrssicherung gehandhabt wird, so z.B. im Privatwald der Dillinger Hütte im Saarland.“

Um Ihre Betroffenheit und Ärger mitzuteilen (sei es zu dem unkritischen Bericht im Wochenmagazin, dem Desaster in der Regensburger Straße, oder den allgemeinen Waldschäden durch die Holzindustrie), möchte wir Sie auffordern, möglichst viele Leserbriefe zu verfassen und an die Nürnberger Nachrichten zu senden. Hierfür kurze Tips:

  1. Nicht länger als 25 Zeilen.
  2. Als Privatperson schreiben.
  3. Zeitnah abgegeben.

Bitte an an nn-leserbriefe@pressenetz.de und nn-reporter@pressenetz.de mailen.


 

Weiterhin bitte wir Sie, die neuen Veröffentlichungen und Artikel in den Rubriken Leserportal und Presse zu beachten.

 


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Tag des Baums 2018 (25. April)

Gemeinsame Erklärung aller angeschlossenen Bürgerinitiativen  aus den Bundesländern

In ganz Deutschland kämpfen Bürger für die alten Bäume in ihren Wäldern!
Die
BundesBürgerInitiative WaldSchutz (BBIWS) fordert am Internationalen Tag des Baumes einen wirkungsvolleren Schutz alter Bäume und alter Wälder, denn diese werden immer seltener.

Die Fällung zu vieler stattlicher, aber auch zu vieler noch junger Bäume ist nicht nur in Wirtschaftswäldern, sondern auch in Naturschutzgebieten, FFH-Gebieten und Natura 2000-Wäldern hierzulande gängige Praxis. Dadurch fehlen im Wald vielfach zwei bis drei Baumgenerationen. Die Folgen für bedrohte, an alte Wälder und alten Baumbestand gebundene Tier- und Pflanzenarten wie beispielsweise den Mittelspecht sind dramatisch, denn sie verlieren mit den alten Bäumen ihre Lebensgrundlagen und werden immer seltener. Wälder ohne oder mit nur wenigen großen, stattlichen Bäumen büßen überdies viel von ihrer natürlichen Schönheit ein, ihr Erholungswert sinkt.

Immer mehr Bürger protestieren daher bundesweit gegen eine viel zu intensive, naturzerstörende Forstwirtschaft, gründen Bürgerinitiativen und setzen sich für eine naturnahe Waldbehandlung ein, wie z.B. am Ettersberg bei Weimar und in  Stuttgart-Botnang. Dort wurde im „bearbeiteten“ Gebiet innerhalb des Naturschutzgebiets Rot- und Schwarzwildpark, Teil des Stuttgarter  FFH-Gebiets „Glemswald und Stuttgarter Bucht“, ein großer Teil des alten Baumbestands zerstört. „Das Ausmaß des Einschlags ist zu massiv und völlig überzogen,“ so Jörg Noetzel von der BI „Zukunft Stuttgarter Wald“. „Hier wurden nicht nur viele, sondern zum großen Teil für die Natur sehr wertvolle alte Bäume gefällt. Wir fordern ein Umdenken zugunsten des Naturschutzes und der Naherholung!“

Dass derartige massive Baumfällungen keine Einzelfälle sind, zeigt sich auch an zahllosen anderen Negativbeispielen. Erst vor kurzem hat der NABU Thüringen wegen der viel zu intensiven Forstarbeiten im FFH- und Vogelschutzgebiet Tautenburger Forst Strafanzeige gestellt. Und seit Jahren fordern Naturschützer, die alten Buchen des bayerischen Steigerwalds durch einen Nationalpark oder ein anderes Schutzgebiet ohne forstliche Nutzung vor den Sägen zu retten.

Es sind keineswegs nur Laien, die Defizite im Schutz der deutschen Wälder beklagen. Viele Fachleute protestieren schon seit Jahren und fordern eine Abkehr von der jetzigen harten Form der Forstwirtschaft in öffentlichen Wäldern, bislang leider vergeblich. Die Naturwald Akademie veröffentlicht am heutigen Tag des Baums eine detaillierte Studie, die belegt, dass fast 90% der Waldfläche in Deutschland in einem ökologisch schlechten Zustand ist. “Dies ist eine Schande für ein so reiches Land wie Deutschland, das sich gerne als vorbildlich in Sachen Naturschutz und Forstwirtschaft darstellt”, so Herbert Fahrnbauer, Sprecher der BundesBürger Initiative WaldSchutz (BBIWS).

Auch Deutschlands bekanntester Förster Peter Wohlleben beobachtet die immer intensivere Forstwirtschaft hierzulande, insbesondere auch in Deutschlands öffentlichen Wäldern, mit großer Sorge und unterstützt Waldschutz-Bürgerinitiativen: “Ich halte es für wichtig, dass Bürgerinnen und Bürger ihre Stimme erheben und bei der Bewirtschaftung ihres Waldes mitreden!“

Dabei dienen die kommunalen und öffentlichen Wälder in erster Linie dem Naturschutz und der Erholung, und “nicht der Sicherung von Absatz und Verwertung forstwirtschaftlicher Erzeugnisse” (BVerfG, Urt. v. 31.05.1990, NVwZ 1991,53).

BBIWS-Sprecher Fahrnbauer meint dazu: „Die Beachtung des Urteils des Bundesverfassungsgerichts über die öffentlichen Wälder sollte eine Selbstverständlichkeit sein, doch die Realität ist eine andere, auch wenn immer von „nachhaltiger Forstwirtschaft“ die Rede ist. Entsprechend fordern die Mitglieder der BundesBürgerIinitiative WaldSchutz (BBIWS) zum Tag des Baumes 2018 den Gesetzgeber auf, dem Schutz der Alt- und Biotopbäume den Vorrang vor monetären Interessen zu geben, damit sie in den heimischen Wäldern wieder in ausreichender Zahl ihren natürlichen Lebenszyklus vollenden können. Wälder in öffentlichem Besitz gehören uns Bürgern, es sind Bürgerwälder. Wir müssen den überzogenen Baumfällungen in Städten und öffentlichen Wäldern einen Riegel vorschieben! In unserem „Manifest zum Wald in Deutschland“ legen wir die Missstände offen und geben dem Wald eine Lobby.“

 

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BundesBürgerInitiative WaldSchutz      

Gemeinsam stark für unseren Wald

21.3.2018

Tag des Waldes 2018

 

Gemeinsame Erklärung aller angeschlossenen Bürgerinitiativen aus den Bundesländern

 

Zum Tag des Waldes 2018 fordern wir den Gesetzgeber und alle ausführenden Organe der Waldbewirtschaftung auf, endlich dafür zu sorgen, dass der öffentliche Wald in Deutschland seiner Vorbildfunktion gerecht werden kann.

Naturwälder und naturnah bewirtschaftete Wälder mit intakten humusreichen Waldböden sind nicht nur für unser Klima von außerordentlicher Bedeutung, sie sind auch Archen der Artenvielfalt und Erholungsraum.

Nach wie vor sind die Wälder in Deutschland aber auch krank, was die jährlichen Waldzustandserhebungen belegen. Dennoch wird unser Patient Wald mit harten Bewirtschaftungsmethoden zusätzlich belastet und dringend notwendige, konsequente Korrekturen in der Jagdpolitik, die eine artenreiche Regeneration der Wälder ermöglichen (Naturverjüngung), fehlen.

Nach wie vor „versteckt“ sich der harte Einsatz überschwerer Forsttechnik hinter den unbestimmten Begriffen der sogenannten „guten fachlichen Praxis“ oder der „ordnungsgemäßen Forstwirtschaft“, die diese Form der Waldnutzung nicht als Eingriffe im Sinne der Naturschutzgesetzgebung betrachten und damit rechtfertigen.

Viele „Treuhänder des Waldes“ behandeln den Wald weiter als gäbe es keine Klimaveränderung, kein Artensterben, keine Erholungsnutzung und kein Morgen. Es gilt heute mehr denn je, Wälder sehr schonend zu bewirtschaften, d.h. vor allem die überschweren Maschinen durch leichte wald- und waldbodenschonende Arbeitsverfahren zu ersetzen.

Nicht länger hinnehmbar ist die Tatsache, dass alle 20-30 m für die Befahrung von Harvestern und Forwardern dem Wald tiefe klaffende Wunden in Form von Rückegassen geschlagen werden, die irreparable Bodenverdichtung und Vernichtung von Bodenlebewesen zur Folge haben. Auch verliert der bepanzerte Boden nach der Befahrung seine natürliche Wasserspeicher- und Produktionsfähigkeit, so Claudia Blank, Kerngruppenmitglied der BundesBürgerInitiative WaldSchutz. Besonders verwerflich ist die ganzjährige großflächige Bewirtschaftung der öffentlichen Wälder während der Brut- und Schonzeiten! So weiter Claudia Blank.

„Gerade der öffentliche Wald ist gefordert, endlich seiner Vorbildfunktion gerecht zu werden, was er landesweit oft nicht tut. Und die Wald-Zertifikate haben leider ihre Steuerungsfunktion in der Fläche verfehlt. Gerade die Kommunen sollten den Wald der Bürgerinnen und Bürger nicht vorrangig als Einnahmequelle betrachten. Nur mit Zuweisungen und anderen Tricks lassen sich oftmals eigentlich defizitäre „Forsthaushalte“ schönrechnen. Besser nicht bewirtschaften, als nachhaltig falsch bewirtschaften, würde einen verantwortlicheren Umgang mit unseren Kommunalwäldern garantieren.

Die Mitglieder der BundesBürgerInitiative WaldSchutz (BBIWS) beobachten die Entwicklung in den deutschen Wäldern mit größter Besorgnis. Diese Entwicklung wird derzeit geprägt von einer unter dem allseits propagierten Deckmantel der „Nachhaltigkeit“ massiv zunehmenden Industrialisierung unserer öffentlichen Wälder.

Deren gesellschaftliche Bedeutung als Erholungsort für Körper, Geist und Seele, als Lern- und Erfahrungsort wird in diesem fatalen Entwicklungsprozess vollkommen ausgeblendet.

Es werden in den Wäldern viel zu viele Altbäume und Biotopbäume gefällt, was keineswegs nur ein ästhetisches Problem für uns Menschen ist. Für die waldtypischen Arten wie beispielsweise Totholzkäfer, Fledermäuse und seltene Spechtarten wie den Mittelspecht ist es eine Katastrophe! Ihr Lebensraum wird allzu oft zerstört.

Die ausgelichteten Wälder verlieren überdies ihre Fähigkeit, viel Wasser zu speichern und verlieren ihr feucht-kühles Waldklima und ihre Funktion als Kohlenstoffsenke.

Forst- und Holzkonzerne geben stattdessen die Marschrichtung vor. Die Treuhänder der öffentlichen Wälder sind zu oft zu Erfüllungsgehilfen kurzfristiger wirtschaftlicher Interessen geworden.

Jüngste Beispiele sind z.B. der Ettersberg bei Weimar und das Naturschutzgebiet Rot- und Schwarzwildpark am Stadtrand von Stuttgart.

Dabei hat die höchste Rechtsprechung die Bedeutung des öffentlichen Waldes klar definiert:

„Die Bewirtschaftung des Körperschafts- und Staatswaldes dient der Umwelt- und Erholungsfunktion des Waldes, nicht der Sicherung von Absatz und Verwertung forstwirtschaftlicher Erzeugnisse. Die staatliche Forstpolitik fördert im Gegensatz zur Landwirtschaftspolitik weniger die Betriebe und die Absetzbarkeit ihrer Produkte als vielmehr die Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts“ (BVerfG, Urt. v. 31.05.1990, NVwZ 1991, 53).

„Genau das ist unser Ziel, dafür setzen wir uns ein und dafür erheben wir unsere Stimme“, so Herbert Fahrnbauer, Sprecher der BundesBürger InitiativeWaldSchutz und der Bürgerinitative „Gegen die Waldzerstörung in Bayern“.

Hintergrund:

Wald- und Jagdgesetze priorisieren nach wie vor nutzerorientierte Zielsetzungen. Das Waldgesetz ist ein Waldnutz- und das Jagdgesetz ist ein Jagdschutzgesetz, die voneinander losgelöst oder sogar in einigen Bereichen konkurrierende, interessengeleitete Ziele verfolgen.

Die Naturschutzgesetzgebung, die eigentlich übergeordnete Regelungsinhalte verfolgen sollte, ist nicht mehr als ein „Ritter ohne Schwert“, da dieses sowohl die Wald- als auch die Jagdgesetzgebung gegenüber Zielen des Natur- und Artenschutzes privilegiert.

Die BundesBürgerInitiativeWaldSchutz (BBIWS) wurde am 01.07.2017 gegründet, von Bayern aus angestoßen und ist ein überparteilicher Zusammenschluss von Bürgerinnen und Bürgern, Organisationen etc. Sie verfolgt das ausschließliche Ziel, die praktizierte Bewirtschaftung der Wälder in Deutschland konstruktiv kritisch zu begleiten, Missstände aufzuzeigen, Verbesserungsvorschläge zu unterbreiten und auf eine Gesetzgebung hinzuwirken, die der besonderen Bedeutung unser Wälder gerecht wird.

Die BundesBürger InitiativeWaldSchutz (BBIWS) verfolgt das Ziel, eine Verbesserung des Zustandes der heimischen Wälder durch schonende Bewirtschaftungsformen herbeizuführen, wie dies z.B. im Lübecker Stadtwald bereits seit 20 Jahren erfolgreich praktiziert wird und immer mehr Nachahmer findet, so Claudia Blank, Kerngruppenmitglied der BundesBürger InitiativeWaldSchutz und der Bürgerinitative „Gegen die Waldzerstörung in Bayern“. Die Gemeinwohlfunktionen von Erholungssuchenden, Natur und Artenvielfalt müssen wieder eindeutig vor der Nutzfunktion angesiedelt werden.

Die BundesBürgerInitiativeWaldSchutz (BBIWS) unterstützt dabei, insbesondere soweit es Fragen der Wald- und Wildbewirtschaftung betrifft, die ihr angeschlossenen im Schutz der Wälder aktiven Bürgerinitiativen und Einzelpersonen.

Die Mitgliedschaft in der BundesbürgerInitiativeWaldSchutz (BBIWS) kann aktiv oder passiv erfolgen und ist kostenfrei.

 

Claudia Blank, Herbert Fahrnbauer


 

Sie sind nicht länger damit einverstanden, wie mit IHREM Bürgerwald seit der Forstreform 2005 umgegangen wird? (Öffentlicher Wald = immer noch Bürgerwald)

 

  • Sie fühlen sich nicht mehr wohl in IHREM Nürnberger Reichswald, der immer mehr zum „Holzacker“ verkommt?
  • Sie sind gegen hochtechnisierte profitorientierte Holzernte mit gigantischen „Holzfresser-Maschinen“ (Harvester etc.)
  • Sie leiden darunter, dass immer mehr Bäume insgesamt gefällt werden, insbesondere bei Fällung gesunder Altbäume?
  • Sie sind wie wir nicht gegen Holznutzung und Maschineneinsatz an sich, wünschen sich aber eine weniger massive und überzogene Holzernte und keine Holzindustrie zur Füllung der Staatskasse?
  • Sie sind gegen massive bodenschädigende Eingriffe in Form von Schneisen, die alle 20-30 m in den Wald geschlagen werden? (Dort wächst nie wieder ein Baum! Bodenverdichtung=Bodenvernichtung! Wurzelschädigungen an d. Rändern!)
  • Sie möchten keinen weiteren Forststraßenausbau für die Holzindustrie im Wald? (teils geschottert!Wegrandschädigungen!)
  • Sie sind gegen massive forstliche Eingriffe während der Brut- und Schonzeiten? (von März bis mindestens Ende Juni)

 

Wenn SIE all diesen Punkten zustimmen können, sind Sie bei uns richtig!!! Wir geben dem Wald eins starke Lobby!

Infos zur Bürgerinitiative „gegen die Waldzerstörung“ unter: www.bi-gegen-die-waldzerstoerung.org

Geben auch SIE dem Wald IHRE Stimme, lassen Sich auf unserer Homepage unter „Folgen“ registrieren und regelmäßig informieren (kein Mitgliedsbeitrag!)

Informieren Sie Sich auch unter: www.bundesbuergerinitiative-waldschutz.de (BundesBürgerInitiative WaldSchutz – gemeinsam stark für unseren Wald)

(Inzwischen auch auf Bundesebene, da die Auswüchse der modernen, immer intensiver und „industriemäßig“ agierenden Forstwirtschaft bundesweit anzutreffen sind!)

„Die Bewirtschaftung des Körperschafts- und Staatswaldes dient der Umwelt- und Erholungsfunktion des Waldes, nicht der Sicherung von Absatz und Verwertung forstwirtschaftlicher Erzeugnisse.“ (BVerfG, Urt. v. 31.05.1990, NVwZ 1991, 53).


 

Vielleicht noch einen Hinweis vorneweg:

Achtung: Bald auch geführte 5VoR12 – Wanderungen durch den Reichswald unter dem Motto „Der Nürnberger Reichswald – staatlicher Holzacker oder Bürgerwald und Lebensraum?“ Unter verschiedenen Aspekten führen wir Sie durch unseren Nürnberger Reichswald, und zeigen überdies die Auswirkungen der massiven Forstwirtschaft auf. Der jeweilige Treffpunkt und Termin wird rechtzeitig unter Veranstaltungen im Lokalteil Ihrer Zeitung, sowie auf unserer Webseite angekündigt. 

Termine und Aktuelles

 

 

Poster

Um unser gemeinsames Anliegen zu unterstützen und weitere Interessenten sowie Unterstützer zu gewinnen, ist es wichtig, unsere Poster der Öffentlichkeit zu präsentieren. Hängen Sie bitte die Poster an Ihrem Zaun oder Hauswand gut sichtbar auf.

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Die oben gezeigten Poster, die wir auf unserer Veranstaltung am 09.01. im Cafe Bernstein präsentiert haben, können Sie jetzt im Werbecenter Lang zu folgenden Preisen beziehen:

Format:               150 x 75cm         25,00 €  mit 10 Ösen

A0                          20,00 €  mit   6 Ösen

A1                          14,00 €  mit   4 Ösen

A2                           9,00 €  mit   4 Ösen.

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Die Adresse und Telefonnummer können Sie oben entnehmen.

 

Neue Artikel und Pressebeiträge

sind im Menu Presse (Beitrag von Lásló Maráz zum Thema „Der mißbrauchteWald“, sowie das Schutzkonzept des BUND Baden-Württemberg zum Waldboden von 2017) und BundesInititive WaldSchutz (Link zum neu erstellten Waldmanifest) nachzulesen.

 

Fotodokumentation zu Schäden während der Schon- und Setzzeiten

(üblicherweise vom 01.03. bis zum 30.09.)

Im § 39 Bundesnaturschutzgesetz ist es verboten, im oben genannten Zeitraum wild lebende Tiere mutwillig zu beunruhigen oder ohne vernünftigen Grund zu fangen, zu verletzen oder zu töten, wild lebende Pflanzen ohne vernünftigen Grund von ihrem Standort zu entnehmen oder zu nutzen oder ihre Bestände niederzuschlagen oder auf sonstige Weise zu verwüsten, sowie Lebensstätten wild lebender Tiere und Pflanzen ohne vernünftigen Grund zu beeinträchtigen oder zu zerstören.

Während Privatpersonen mit juristischen Konsequenzen zu rechnen haben, wenn sie gegen das Gesetz verstoßen, toben sich die Staatsforsten mit Ausnahmeregelungen während des gesamten Jahres in unseren Wäldern aus.

Zur Dokumentation der angerichteten Schäden an der Tier- und Pflanzenwelt, die von den Staatsforsten und den von ihnen beauftragten Firmen während der Schutzzeiten verursacht werden, bitten wir um Zusendung von Fotos unter anderem über gefällte Habitatbäume (Nistbäume, am besten mit Opfern), lebende Tiere in Holzstapeln (welche meist nachts abtransportiert werden, ohne Fluchtchance für die betroffenen Individuen) und ähnliche Vorkommnisse, wie auch Schäden an geschützten Pflanzen.

Bitte senden Sie die Fotos an unsere e-mail-Adresse

info@bi-gegen-die-waldzerstoerung.org

Vielen Dank für Ihr Interesse und Ihre Mitarbeit!

Ihr Team der BI gegen die Waldzerstörung