Aktualisierung vom 31.05.2018

Zur zweiten „5VoR12 – Wanderung“ am 10.Juni 2018 um 10.00 Uhr unter der Reihe
„Der Reichswald – staatlicher Holzacker oder Bürgerwald und Lebensraum?“ laden wir wieder herzlich ein:

Treffpunkt ist der Parkplatz zum Eingang Bodenlehrpfad Kalchreuth-Wolfsfelden (PLZ 90562) an der Verbindungsstraße Kalchreuth-Ziegelstein, knapp hinter dem Beginn des Waldes von Kalchreuth aus kommend.  

Prof. Dr. Armin Skowronek, Experte für Bodenkunde, führt die teilnehmenden Waldinteressierten durch den Lehrpfad. Die Mitglieder der Bürgerinitiative „gegen die Waldzerstörung“ zeigen hierbei die gravierenden Auswirkungen der staatlichen Forstwirtschaft auf, die im Kalchreuther Reichswald ungebremst neben Lehrtafeln zur Bedeutung des Waldbodens, mit schwerstem Gerät gleichzeitig bodenschädigende Holzernte betreiben.

Wir freuen uns auf hoffentlich wieder rege Beteiligung.

Nächsten Termin zum Vormerken: So., 08.07.2018

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Das Kernteam der BI auf dem Gelände des Bodenlehrpfades Kalchreuth bei seiner letzten Begehung


 

Der Verein Nordsteigerwald lädt ein:

Herzliche Einladung ergeht an alle Waldinteressierten zum Nationalparktag am 9. Juni in Bamberg, an dem wir mit einem Stand als BI „gegen die Waldzerstörung“ und als „BundesBürgerInitative WaldSchutz“ (BBIWS) teilnehmen werden, um auf die Missstände und Schädigungen der modernen Forstwirtschaft aufmerksam zu machen und unsere Manifeste zu verteilen. Hier der Flyer und das Programm, welches sich hervorragend für die ganze Familie eignet.

 Veranstaltung: 

NATIONALPARKTAG in Bamberg (Tag der Umwelt) 

Hinweise: 

Das Naturerbe Steigerwald lädt anlässlich des Welterbejahres und dem Tag der Umwelt am 9. Juni zum Großen Nationalparktag nach Bamberg ein. 

Auf dem Maxplatz wird während der Geschäftszeit ein buntes und vielfältiges Programm geboten. 

Alle Bürger können sich rund um das Thema Nationalpark und regionale Umweltthemen informieren und mitmachen (Foto, Quiz, Aktionen, …). So können Sie Ihr nicht mehr benötigtes Handy für einen Gorilla eintauschen (Recycling-Ertrag geht an Gorilla-Stiftung) oder ein eigenes Foto-Portrait gestalten „I bims 1 Baum“ und als Wächterinnen und Wächter des Klosterwaldes auftreten. Und Sie können dort ein Eintritts-Ticket in das benachbarte Kleinod Naturkundemuseum erhalten, um dort die grandiose Multivisionsshow „Das Grüne Herz Europas“ von Berndt Fischer erleben zu können. 

Der Deutsche Umweltpreisträger 2017, Prof. Hubert Weiger, wird neben den 1. Vorsitzenden des Landesbund für Vogelschutz, Norbert Schäffer, als Hauptredner um 14 Uhr auf der Veranstaltungs-bühne erwartet. 

Auf der Bühne wird es auch einen BAM-Stadtrat-Talk mit den Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat Bamberg und einen Grünen-Frauen-Power-Talk geben. Martin Neubauer bläst zusammen mit Heiko Triebener das Beste aus dem Brentano-Theater auf die Bühne und Hans Deusel mit seiner sehr beliebten Band „Big Sound Jack“ wird den Tag abschließen. 

Für Essen und Trinken (auch im Schatten) ist gesorgt. 

Die Kooperationspartner Freundeskreis Nationalpark Steigerwald, der Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland, die Zoologische Gesellschaft Frankfurt, das Umweltamt der Stadt Bamberg und Greenpeace sowie viele weitere Initiativen und Organisationen freuen sich auf Ihr Kommen. 

Die Veranstaltung ist ausdrücklich für Kinder geeignet, die wir herzlich gerne zum Mitmachen einladen (Spielmobil, Kreide-Baum-Blüten-Malen, …). 

Programm: 

9 Uhr Eröffnung und Der Nationalpark-Baum – Ein Kreidebaum zum Mitmalen – 

(von Doris Müller, BBK Oberfranken, Was bleibt? Bleibt was?) 

10 Uhr Percussion/Musik (Musikschule Bamberg oder andere) und Befürworter-Talk (evtl. mit MdB Lisa Badum, MdL Florian von Brunn, Volker Oppermann (Greenpeace) …) 

11 Uhr BAM-Stadtrat-Talk (mit den Fraktionsvorsitzenden des Stadtrates Bamberg) 

12 Uhr Musik (Big Sound Jack) und Multivision „Das Grüne Herz Europas“ (Naturkundemuseum) 

13 Uhr Brentano Theater (Martin Neubauer mit Heiko Triebener) 

14 Uhr Hauptreden (Umweltpreisträger Prof. Dr. Hubert Weiger und Norbert Schäffer, 1. Vorsitzender LBV Bayern) 

15 Uhr Musik (Big Sound Jack) und Multivision „Das Grüne Herz Europas“ (Naturkundemuseum) 

16 Uhr Grünen-Frauen-Power-Talk 

17 Uhr Musik (Big Sound Jack) 

18 Uhr Schluß 

Ort: 

Maxplatz, Maximiliansplatz, 96047 Bamberg 

Einlass: 

9 bis 18 Uhr, Eintritt ist frei. Alle sind herzlich willkommen. Für Kinder bestens geeignet. 

Veranstalter: 

Verein Nationalpark Nordsteigerwald e.V. 

Kontakt: 

http://www.verein-nationalpark-nordsteigerwald.de/termine/; adolf.huemmer@nordsteigerwald.de 

Karten: keine Tickets notwendig (Eintritt frei) 

Über Ihr Kommen würden wir uns freuen.

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Die Bürgerinitiative „gegen die Waldzerstörung“ lud zur ersten 5VoR12- Wanderung am 06.05.2018 in Lauf ein.

Unter dem Motto „Der Nürnberger Reichswald – staatlicher Holzacker oder Bürgerwald und Lebensraum?“  führten die Mitglieder der Bürgerinitiative  durch den Sebalder Reichswald und zeigten am Beispiel Heroldsberger Mühlweg bei Kotzenhof/Rudolfshof die gravierenden Auswirkungen der vorallem am Holzeinschlag orientierten staatlichen Forstwirtschaft auf. Hans-Jürgen Krauß, Naturführer und Pädagoge kam mit den teilnehmenden Waldinteressierten darüber ins Gespräch, was es im Wald alles zu entdecken gibt und warum ein gesunder Wald lebensnotwendig ist – aber auch, welche massiven Schäden die industrielle Forstwirtschaft hinterlässt. Besonders im Fokus standen dabei die im Naherholungsgebiet dicht nacheinander geschlagenen Rückegassen zur Befahrung von Großmaschinen, die dadurch verursachte Zerschneidung der gewachsenen Lebensbeziehungen, der Forststraßenausbau mit den Wegrandschädigungen, die Nicht-Einhaltung der Brut- und Setzzeiten, eine insgesamt zu massive Holznutzung und die von vielen Waldbesuchern stark empfundene Beeinträchtigung des Erholungswertes seit der Waldbewirtschaftung durch die Bayerischen Staatsforsten.

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Hans-Jürger Krauß begrüßte die Waldinteressierten und erklärte die lebenswichtigen Funktionen des Waldes zur Klimaregulierung, für den Wasserhaushalt- und Filterung, zur Luftreinigung, für Artenvielfalt und Erholung, aber auch als Holzlieferant – die Frage ist nur, WIE und in welchen Mengen man ihn bewirtschaftet.

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Die zahlreichen dicht aufeinanderfolgenden Rückegassen im beliebten Naherholungsgebiet wurden von allen Teilnehmern als besonders brutale Eingriffein die Natur erlebt. Herr Krauß erörtete, was an Befahrung mit Harvestern und Forwardern zu kritisieren ist:

  • Die Rückegassen machen den Wald instabil, und auf ihren Flächen wächst kein Wald mehr nach
  • Der Waldboden wird durch sie auf Dauer verdichtet, Bodenleben wird zerstört, die Fähigkeit, Wasser zu speichern, beeinträchtigt
  • Der Transport der geernteten Bäume und die an- und abfahrenden Harvester brauchen breite Waldwege
  • Wir haben viele Beispiele gesammelt, wo die Brutzeiten der Vögel ignoriert wurden (jüngstes Beispiel: Regensburger Straße in Nürnberg)
  • Es wird nicht beachtet, dass der Wald aus Baumgesellschaften besteht. Bäume wachsen langsam, viele erreichen ein Alter von 200 bis 300 Jahren, stützen sich gegenseitig, kommunizieren sogar miteinander, bilden ein „Biotop“
  • Die Lebensgemeinschaften im Wald werden zu oft ignoriert (Beispiel Greifvögel und ihr Lebensraum um ihre Nester herum)

 

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Wie genau funktioniert ein Baum, warum ist Waldboden so kostbar, was bedeutet der Wald für unser aller Gesundheit und Erholung, wo steht das Bannwalddenkmal mit dem Zitat: „1979 wurde der Nürnberger Reichswald zum Bannwald deklariert. Dieser Wald ist aufgrund seiner Lage und seiner flächenmäßigen Ausdehnung unersetzlich und muss in seiner Substanz geschützt und erhalten werden“ und gibt es Alternativen zur derzeitigen Waldbewirtschaftung? ….. all dies und noch mehr wurden den Waldinteressierten auf anschauliche Weise erklärt.


Es wird eng für die Artenvielfalt des Waldes!

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Mächtige Bäume, die natürlich altern und absterben dürfen, sind wertvolle, selten gewordene Schutzräume für vielfältiges Leben. Noch gibt es einige wenige Prachtexemplare von ihnen, wie diese zwei jahrhunderte alten Eichen im Sebalder Reichswald nahe dem Zellerbrünnlein. Moderne industrielle Forstwirtschaft erntet immer früher Bäume im besten Alter, sodass diese kaum noch auswachsen können und infolgedessen immer seltener vorkommen werden!

Die exzessive Holznutzung in den deutschen Wäldern verhindert ein ausreichendes Angebot an Biotop- und Totholzstrukturen im Wald.

Im Rahmen der BWI³ wurden erstmalig so genannte Biotopbäume, d. h. Bäume „mit ökologisch bedeutsamen Merkmalen“ (Stammhöhlen, Bruch- und Faulstellen, Pilzkörpern etc.) erfasst. Die Zahl der tatsächlich durch eine Markierung gesicherten Biotopbäume umfasst hochgerechnet rund 982.000 Stämme. Dies bedeutet: Auf 10 Hektar Wald (alle Eigentumsarten) kommt bundesweit im statistischen Mittel lediglich ein einziger markierter Biotopbaum vor! Naturschutzfachlicher Standard wären mindestens 5 bis 10 solcher Biotopbäume auf einem Hektar.

Eine Idee zum Nachdenken:

Warum eigentlich einen Baum pflanzen, wenn ein wertvoller alter sinnlos dafür eingeschlagen wird? Wir brauchen Holz zur Verwertung. Aber das heißt nicht, dass wir die Wälder wie Holzäcker behandeln dürfen. Holz ist ein wertvoller Rohstoff, mit dem wir bewusst umgehen müssen. Wer die Karst- und Wüstengebiete der Welt kennen gelernt hat, der weiß den Wald zu schätzen und zu schützen. Auch wenn Holz aus der Natur kommt, bedeutet das nicht, dass eine ständige Steigerung der Entnahmen ökologisch gut ist. Im Gegenteil. Der Wald ist nur dann ein großer CO2 Speicher, wenn er viele alte Bäume hat. Schlägt man das Holz ein und verbrennt es, dann wird das CO2 freigesetzt. Nur in langlebigen Produkten bleibt der CO2 Speicher erhalten.

 

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Wieviel wertvollen Schutz- und Lebensraum ein solch alter Baum doch bieten kann!


Bürgerinitiative „gegen die Waldzerstörung

 „Waldbewirtschaftung und Klimaschutz“

 Alle 4 Sekunden wird weltweit ein Wald von der Größe eines Fußballfeldes zerstört, und das in einer Zeit in der die verantwortliche Politik händeringend nach Lösungen sucht, um die im Pariser Klimaschutzabkommen vereinbarten Klimaziele – unter Berücksichtigung einer deutlichen Reduzierung des klimaschädlichen Kohlendioxids (CO2) – zu erreichen.

 Das renommierte Freiburger Ökoinstitut wurde von Greenpeace mit einer Umweltstudie beauftragt, deren Ergebnisse einen direkten Zusammenhang zwischen der Waldbewirtschaftung und dem Klimaschutz darstellen.

Dazu wurden 3 Szenarien in einem Computer Simulationsmodell abgebildet und bewertet:

  1. Basisszenario, d.h. die derzeitige Waldbewirtschaftung mit dem damit verbundenen Holzeinschlag wird wie bisher weitergeführt (siehe Bild unten);
  2. Holzszenario, d.h. die Waldbewirtschaftung wird nochmals intensiviert um damit die Holzausbeute deutlich zu erhöhen (Holzmenge und Häufigkeit des Holzeinschlags);
  3. Szenario „Waldvision“,h. eine ökologische Waldbewirtschaftung nach dem Lübecker Modell (Schutz ökologisch wertvoller Wälder, Bewirtschaftung der restlichen Wälder naturnah und ökologisch).

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Wichtige Randbedingungen für die Durchführung dieser Studie waren in diesem Zusammenhang  die Ergebnisse aus den Bundeswaldinventuren von 2002 und 2012, der zugrunde gelegte Waldentwicklungszeitraum von 2012 bis 2102, sowie die Entwicklung des Holzvorrats, die Baumartenzusammensetzung und das Alter der Bäume (Stammdurchmesser).

Die Ergebnisse dieser Studie sind mehr als  bemerkenswert, denn sie zeigen, dass auf der Basis des Szenarios „Waldvision“ die erreichbare  CO2- Speicherkapazität der Wälder 3  mal so hoch wäre unter der Voraussetzung, dass diese ökologisch bewirtschaftet würden.

Fazit:Die Wälder hätten damit das Potenzial einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der vereinbarten Klimaschutzziele zu leisten. Die Voraussetzung dafür wäre aber ein Umdenken (Waldwende) in der aktuellen Bewirtschaftung mit dem Fokus auf einen maximalen Holzertrag hin zu einer ökologischen und naturnahen Waldbewirtschaftung. Damit wäre man in der aktuellen Diskussion über die Luftschadstoffe CO2, NOx und Feinstaub einen entscheidenden Schritt weiter und dem Naturschutz sowie der Erholungsfunktion des Waldes würde auch Rechnung getragen.

Herbert Fahrnbauer   


Hier noch ein Gruß von unserem, inzwischen 80-jährigen, aber immer noch sehr engagierten und kämpferischen Forstexperten Gotthard Eitler aus Bayreuth, der damals das Waldsterben  aufgedeckt hat und inzwischen vom „Waldfrevel“ spricht. Er ist uns sehr verbunden und stellt uns alle seine Recherchen und Werke gerne zur Verfügung, bietet jede Unterstützung an und freut sich über unser erfolgreiches Wirken bis auf Bundesebene. Siehe auch unter der Rubrik EXPERTEN:

An die Freunde im Raum Nürnberg!

Bitte lasst Euch nicht unterkriegen, denn wir sind auf dem richtigen Weg! Es ist sehr schwer, gute Veränderungen herbeizuführen! Wir sind das aber unseren Kindern und Enkeln schuldig! Mit allen guten Wünschen und Grüßen aus Bayreuth,

Gotthard Eitler

Hier noch ein  Artikel über ihn aus dem Nordbayerischen Kurier vom 30.05.2018

http://www.nordbayerischer-kurier.de/nachrichten/ex-stadtforster-gotthard-eitler-wird-80_570504



Manifest zum Wald in Deutschland jetzt auch über uns als gedruckte Broschüre bestellbar

(50 Cent Schutzgebühr, zzgl. Porto)

Die BBIWS (BundesBürgerInitiativeWaldschutz) stellt ihre erste Broschüre mit reicher Bilddokumentation zum Download bereit. Im „Manifest zum Wald in Deutschland“ formuliert die bundesweite Bürgervereinigung ihre Kritik und ihre Forderungen zur aktuellen Bewirtschaftung der Wälder in Deutschland.

Wenn Sie die Broschüre postalisch erhalten möchten, senden Sie bitte eine e-mail an unsere Adresse

info@bi-gegen-die-waldzerstoerung.org

 unter Angabe Ihrer Adresse.

Ausdrucken und Weiterverbreitung ist ausdrücklich erwünscht!

Manifest zum Wald in Deutschland pdf
Adobe Acrobat Dokument 6.1 MB (Link unten zum Download bitte anklicken)

Alternativer Waldzustandsbericht der Naturwald Akademie


(Veröffentlicht am „Tag des Baums“ 25.4.2018)

„Deutschlands Wäldern geht es schlecht“ … „Besorgniserregende Verarmung der Waldökosysteme“

https://naturwald-akademie.org/alternativer-waldzustandsbericht


Wenn Wälder wieder wachsen


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BundesBürgerInitiative WaldSchutz      

Gemeinsam stark für unseren Wald

21.3.2018

Tag des Waldes 2018

 

Gemeinsame Erklärung aller angeschlossenen Bürgerinitiativen aus den Bundesländern

 

Zum Tag des Waldes 2018 fordern wir den Gesetzgeber und alle ausführenden Organe der Waldbewirtschaftung auf, endlich dafür zu sorgen, dass der öffentliche Wald in Deutschland seiner Vorbildfunktion gerecht werden kann.

Naturwälder und naturnah bewirtschaftete Wälder mit intakten humusreichen Waldböden sind nicht nur für unser Klima von außerordentlicher Bedeutung, sie sind auch Archen der Artenvielfalt und Erholungsraum.

Nach wie vor sind die Wälder in Deutschland aber auch krank, was die jährlichen Waldzustandserhebungen belegen. Dennoch wird unser Patient Wald mit harten Bewirtschaftungsmethoden zusätzlich belastet und dringend notwendige, konsequente Korrekturen in der Jagdpolitik, die eine artenreiche Regeneration der Wälder ermöglichen (Naturverjüngung), fehlen.

Nach wie vor „versteckt“ sich der harte Einsatz überschwerer Forsttechnik hinter den unbestimmten Begriffen der sogenannten „guten fachlichen Praxis“ oder der „ordnungsgemäßen Forstwirtschaft“, die diese Form der Waldnutzung nicht als Eingriffe im Sinne der Naturschutzgesetzgebung betrachten und damit rechtfertigen.

Viele „Treuhänder des Waldes“ behandeln den Wald weiter als gäbe es keine Klimaveränderung, kein Artensterben, keine Erholungsnutzung und kein Morgen. Es gilt heute mehr denn je, Wälder sehr schonend zu bewirtschaften, d.h. vor allem die überschweren Maschinen durch leichte wald- und waldbodenschonende Arbeitsverfahren zu ersetzen.

Nicht länger hinnehmbar ist die Tatsache, dass alle 20-30 m für die Befahrung von Harvestern und Forwardern dem Wald tiefe klaffende Wunden in Form von Rückegassen geschlagen werden, die irreparable Bodenverdichtung und Vernichtung von Bodenlebewesen zur Folge haben. Auch verliert der bepanzerte Boden nach der Befahrung seine natürliche Wasserspeicher- und Produktionsfähigkeit, so Claudia Blank, Kerngruppenmitglied der BundesBürgerInitiative WaldSchutz. Besonders verwerflich ist die ganzjährige großflächige Bewirtschaftung der öffentlichen Wälder während der Brut- und Schonzeiten! So weiter Claudia Blank.

„Gerade der öffentliche Wald ist gefordert, endlich seiner Vorbildfunktion gerecht zu werden, was er landesweit oft nicht tut. Und die Wald-Zertifikate haben leider ihre Steuerungsfunktion in der Fläche verfehlt. Gerade die Kommunen sollten den Wald der Bürgerinnen und Bürger nicht vorrangig als Einnahmequelle betrachten. Nur mit Zuweisungen und anderen Tricks lassen sich oftmals eigentlich defizitäre „Forsthaushalte“ schönrechnen. Besser nicht bewirtschaften, als nachhaltig falsch bewirtschaften, würde einen verantwortlicheren Umgang mit unseren Kommunalwäldern garantieren.

Die Mitglieder der BundesBürgerInitiative WaldSchutz (BBIWS) beobachten die Entwicklung in den deutschen Wäldern mit größter Besorgnis. Diese Entwicklung wird derzeit geprägt von einer unter dem allseits propagierten Deckmantel der „Nachhaltigkeit“ massiv zunehmenden Industrialisierung unserer öffentlichen Wälder.

Deren gesellschaftliche Bedeutung als Erholungsort für Körper, Geist und Seele, als Lern- und Erfahrungsort wird in diesem fatalen Entwicklungsprozess vollkommen ausgeblendet.

Es werden in den Wäldern viel zu viele Altbäume und Biotopbäume gefällt, was keineswegs nur ein ästhetisches Problem für uns Menschen ist. Für die waldtypischen Arten wie beispielsweise Totholzkäfer, Fledermäuse und seltene Spechtarten wie den Mittelspecht ist es eine Katastrophe! Ihr Lebensraum wird allzu oft zerstört.

Die ausgelichteten Wälder verlieren überdies ihre Fähigkeit, viel Wasser zu speichern und verlieren ihr feucht-kühles Waldklima und ihre Funktion als Kohlenstoffsenke.

Forst- und Holzkonzerne geben stattdessen die Marschrichtung vor. Die Treuhänder der öffentlichen Wälder sind zu oft zu Erfüllungsgehilfen kurzfristiger wirtschaftlicher Interessen geworden.

Jüngste Beispiele sind z.B. der Ettersberg bei Weimar und das Naturschutzgebiet Rot- und Schwarzwildpark am Stadtrand von Stuttgart.

Dabei hat die höchste Rechtsprechung die Bedeutung des öffentlichen Waldes klar definiert:

„Die Bewirtschaftung des Körperschafts- und Staatswaldes dient der Umwelt- und Erholungsfunktion des Waldes, nicht der Sicherung von Absatz und Verwertung forstwirtschaftlicher Erzeugnisse. Die staatliche Forstpolitik fördert im Gegensatz zur Landwirtschaftspolitik weniger die Betriebe und die Absetzbarkeit ihrer Produkte als vielmehr die Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts“ (BVerfG, Urt. v. 31.05.1990, NVwZ 1991, 53).

„Genau das ist unser Ziel, dafür setzen wir uns ein und dafür erheben wir unsere Stimme“, so Herbert Fahrnbauer, Sprecher der BundesBürger InitiativeWaldSchutz und der Bürgerinitative „Gegen die Waldzerstörung in Bayern“.

Hintergrund:

Wald- und Jagdgesetze priorisieren nach wie vor nutzerorientierte Zielsetzungen. Das Waldgesetz ist ein Waldnutz- und das Jagdgesetz ist ein Jagdschutzgesetz, die voneinander losgelöst oder sogar in einigen Bereichen konkurrierende, interessengeleitete Ziele verfolgen.

Die Naturschutzgesetzgebung, die eigentlich übergeordnete Regelungsinhalte verfolgen sollte, ist nicht mehr als ein „Ritter ohne Schwert“, da dieses sowohl die Wald- als auch die Jagdgesetzgebung gegenüber Zielen des Natur- und Artenschutzes privilegiert.

Die BundesBürgerInitiativeWaldSchutz (BBIWS) wurde am 01.07.2017 gegründet, von Bayern aus angestoßen und ist ein überparteilicher Zusammenschluss von Bürgerinnen und Bürgern, Organisationen etc. Sie verfolgt das ausschließliche Ziel, die praktizierte Bewirtschaftung der Wälder in Deutschland konstruktiv kritisch zu begleiten, Missstände aufzuzeigen, Verbesserungsvorschläge zu unterbreiten und auf eine Gesetzgebung hinzuwirken, die der besonderen Bedeutung unser Wälder gerecht wird.

Die BundesBürger InitiativeWaldSchutz (BBIWS) verfolgt das Ziel, eine Verbesserung des Zustandes der heimischen Wälder durch schonende Bewirtschaftungsformen herbeizuführen, wie dies z.B. im Lübecker Stadtwald bereits seit 20 Jahren erfolgreich praktiziert wird und immer mehr Nachahmer findet, so Claudia Blank, Kerngruppenmitglied der BundesBürger InitiativeWaldSchutz und der Bürgerinitative „Gegen die Waldzerstörung in Bayern“. Die Gemeinwohlfunktionen von Erholungssuchenden, Natur und Artenvielfalt müssen wieder eindeutig vor der Nutzfunktion angesiedelt werden.

Die BundesBürgerInitiativeWaldSchutz (BBIWS) unterstützt dabei, insbesondere soweit es Fragen der Wald- und Wildbewirtschaftung betrifft, die ihr angeschlossenen im Schutz der Wälder aktiven Bürgerinitiativen und Einzelpersonen.

Die Mitgliedschaft in der BundesbürgerInitiativeWaldSchutz (BBIWS) kann aktiv oder passiv erfolgen und ist kostenfrei.

 

Claudia Blank, Herbert Fahrnbauer


 

Sie sind nicht länger damit einverstanden, wie mit IHREM Bürgerwald seit der Forstreform 2005 umgegangen wird? (Öffentlicher Wald = immer noch Bürgerwald)

 

  • Sie fühlen sich nicht mehr wohl in IHREM Nürnberger Reichswald, der immer mehr zum „Holzacker“ verkommt?
  • Sie sind gegen hochtechnisierte profitorientierte Holzernte mit gigantischen „Holzfresser-Maschinen“ (Harvester etc.)
  • Sie leiden darunter, dass immer mehr Bäume insgesamt gefällt werden, insbesondere bei Fällung gesunder Altbäume?
  • Sie sind wie wir nicht gegen Holznutzung und Maschineneinsatz an sich, wünschen sich aber eine weniger massive und überzogene Holzernte und keine Holzindustrie zur Füllung der Staatskasse?
  • Sie sind gegen massive bodenschädigende Eingriffe in Form von Schneisen, die alle 20-30 m in den Wald geschlagen werden? (Dort wächst nie wieder ein Baum! Bodenverdichtung=Bodenvernichtung! Wurzelschädigungen an d. Rändern!)
  • Sie möchten keinen weiteren Forststraßenausbau für die Holzindustrie im Wald? (teils geschottert!Wegrandschädigungen!)
  • Sie sind gegen massive forstliche Eingriffe während der Brut- und Schonzeiten? (von März bis mindestens Ende Juni)

 

Wenn SIE all diesen Punkten zustimmen können, sind Sie bei uns richtig!!! Wir geben dem Wald eins starke Lobby!

Infos zur Bürgerinitiative „gegen die Waldzerstörung“ unter: www.bi-gegen-die-waldzerstoerung.org

Geben auch SIE dem Wald IHRE Stimme, lassen Sich auf unserer Homepage unter „Folgen“ registrieren und regelmäßig informieren (kein Mitgliedsbeitrag!)

Informieren Sie Sich auch unter: www.bundesbuergerinitiative-waldschutz.de (BundesBürgerInitiative WaldSchutz – gemeinsam stark für unseren Wald)

(Inzwischen auch auf Bundesebene, da die Auswüchse der modernen, immer intensiver und „industriemäßig“ agierenden Forstwirtschaft bundesweit anzutreffen sind!)

„Die Bewirtschaftung des Körperschafts- und Staatswaldes dient der Umwelt- und Erholungsfunktion des Waldes, nicht der Sicherung von Absatz und Verwertung forstwirtschaftlicher Erzeugnisse.“ (BVerfG, Urt. v. 31.05.1990, NVwZ 1991, 53).


 

Vielleicht noch einen Hinweis vorneweg:

Achtung: Bald auch geführte 5VoR12 – Wanderungen durch den Reichswald unter dem Motto „Der Nürnberger Reichswald – staatlicher Holzacker oder Bürgerwald und Lebensraum?“ Unter verschiedenen Aspekten führen wir Sie durch unseren Nürnberger Reichswald, und zeigen überdies die Auswirkungen der massiven Forstwirtschaft auf. Der jeweilige Treffpunkt und Termin wird rechtzeitig unter Veranstaltungen im Lokalteil Ihrer Zeitung, sowie auf unserer Webseite angekündigt. 

Termine und Aktuelles

 

 

Poster

Um unser gemeinsames Anliegen zu unterstützen und weitere Interessenten sowie Unterstützer zu gewinnen, ist es wichtig, unsere Poster der Öffentlichkeit zu präsentieren. Hängen Sie bitte die Poster an Ihrem Zaun oder Hauswand gut sichtbar auf.

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Die oben gezeigten Poster, die wir auf unserer Veranstaltung am 09.01. im Cafe Bernstein präsentiert haben, können Sie jetzt im Werbecenter Lang zu folgenden Preisen beziehen:

Format:               150 x 75cm         25,00 €  mit 10 Ösen

A0                          20,00 €  mit   6 Ösen

A1                          14,00 €  mit   4 Ösen

A2                           9,00 €  mit   4 Ösen.

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Die Adresse und Telefonnummer können Sie oben entnehmen.

 

Neue Artikel und Pressebeiträge

sind im Menu Presse (Beitrag von Lásló Maráz zum Thema „Der mißbrauchteWald“, sowie das Schutzkonzept des BUND Baden-Württemberg zum Waldboden von 2017) und BundesInititive WaldSchutz (Link zum neu erstellten Waldmanifest) nachzulesen.

 

Fotodokumentation zu Schäden während der Schon- und Setzzeiten

(üblicherweise vom 01.03. bis zum 30.09.)

Im § 39 Bundesnaturschutzgesetz ist es verboten, im oben genannten Zeitraum wild lebende Tiere mutwillig zu beunruhigen oder ohne vernünftigen Grund zu fangen, zu verletzen oder zu töten, wild lebende Pflanzen ohne vernünftigen Grund von ihrem Standort zu entnehmen oder zu nutzen oder ihre Bestände niederzuschlagen oder auf sonstige Weise zu verwüsten, sowie Lebensstätten wild lebender Tiere und Pflanzen ohne vernünftigen Grund zu beeinträchtigen oder zu zerstören.

Während Privatpersonen mit juristischen Konsequenzen zu rechnen haben, wenn sie gegen das Gesetz verstoßen, toben sich die Staatsforsten mit Ausnahmeregelungen während des gesamten Jahres in unseren Wäldern aus.

Zur Dokumentation der angerichteten Schäden an der Tier- und Pflanzenwelt, die von den Staatsforsten und den von ihnen beauftragten Firmen während der Schutzzeiten verursacht werden, bitten wir um Zusendung von Fotos unter anderem über gefällte Habitatbäume (Nistbäume, am besten mit Opfern), lebende Tiere in Holzstapeln (welche meist nachts abtransportiert werden, ohne Fluchtchance für die betroffenen Individuen) und ähnliche Vorkommnisse, wie auch Schäden an geschützten Pflanzen.

Bitte senden Sie die Fotos an unsere e-mail-Adresse

info@bi-gegen-die-waldzerstoerung.org

Vielen Dank für Ihr Interesse und Ihre Mitarbeit!

Ihr Team der BI gegen die Waldzerstörung