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BundesBürgerInitiative WaldSchutz      

Gemeinsam stark für unseren Wald

21.3.2018

Tag des Waldes 2018

 

Gemeinsame Erklärung aller angeschlossenen Bürgerinitiativen aus den Bundesländern

 

Zum Tag des Waldes 2018 fordern wir den Gesetzgeber und alle ausführenden Organe der Waldbewirtschaftung auf, endlich dafür zu sorgen, dass der öffentliche Wald in Deutschland seiner Vorbildfunktion gerecht werden kann.

Naturwälder und naturnah bewirtschaftete Wälder mit intakten humusreichen Waldböden sind nicht nur für unser Klima von außerordentlicher Bedeutung, sie sind auch Archen der Artenvielfalt und Erholungsraum.

Nach wie vor sind die Wälder in Deutschland aber auch krank, was die jährlichen Waldzustandserhebungen belegen. Dennoch wird unser Patient Wald mit harten Bewirtschaftungsmethoden zusätzlich belastet und dringend notwendige, konsequente Korrekturen in der Jagdpolitik, die eine artenreiche Regeneration der Wälder ermöglichen (Naturverjüngung), fehlen.

Nach wie vor „versteckt“ sich der harte Einsatz überschwerer Forsttechnik hinter den unbestimmten Begriffen der sogenannten „guten fachlichen Praxis“ oder der „ordnungsgemäßen Forstwirtschaft“, die diese Form der Waldnutzung nicht als Eingriffe im Sinne der Naturschutzgesetzgebung betrachten und damit rechtfertigen.

Viele „Treuhänder des Waldes“ behandeln den Wald weiter als gäbe es keine Klimaveränderung, kein Artensterben, keine Erholungsnutzung und kein Morgen. Es gilt heute mehr denn je, Wälder sehr schonend zu bewirtschaften, d.h. vor allem die überschweren Maschinen durch leichte wald- und waldbodenschonende Arbeitsverfahren zu ersetzen.

Nicht länger hinnehmbar ist die Tatsache, dass alle 20-30 m für die Befahrung von Harvestern und Forwardern dem Wald tiefe klaffende Wunden in Form von Rückegassen geschlagen werden, die irreparable Bodenverdichtung und Vernichtung von Bodenlebewesen zur Folge haben. Auch verliert der bepanzerte Boden nach der Befahrung seine natürliche Wasserspeicher- und Produktionsfähigkeit, so Claudia Blank, Kerngruppenmitglied der BundesBürgerInitiative WaldSchutz. Besonders verwerflich ist die ganzjährige großflächige Bewirtschaftung der öffentlichen Wälder während der Brut- und Schonzeiten! So weiter Claudia Blank.

„Gerade der öffentliche Wald ist gefordert, endlich seiner Vorbildfunktion gerecht zu werden, was er landesweit oft nicht tut. Und die Wald-Zertifikate haben leider ihre Steuerungsfunktion in der Fläche verfehlt. Gerade die Kommunen sollten den Wald der Bürgerinnen und Bürger nicht vorrangig als Einnahmequelle betrachten. Nur mit Zuweisungen und anderen Tricks lassen sich oftmals eigentlich defizitäre „Forsthaushalte“ schönrechnen. Besser nicht bewirtschaften, als nachhaltig falsch bewirtschaften, würde einen verantwortlicheren Umgang mit unseren Kommunalwäldern garantieren.

Die Mitglieder der BundesBürgerInitiative WaldSchutz (BBIWS) beobachten die Entwicklung in den deutschen Wäldern mit größter Besorgnis. Diese Entwicklung wird derzeit geprägt von einer unter dem allseits propagierten Deckmantel der „Nachhaltigkeit“ massiv zunehmenden Industrialisierung unserer öffentlichen Wälder.

Deren gesellschaftliche Bedeutung als Erholungsort für Körper, Geist und Seele, als Lern- und Erfahrungsort wird in diesem fatalen Entwicklungsprozess vollkommen ausgeblendet.

Es werden in den Wäldern viel zu viele Altbäume und Biotopbäume gefällt, was keineswegs nur ein ästhetisches Problem für uns Menschen ist. Für die waldtypischen Arten wie beispielsweise Totholzkäfer, Fledermäuse und seltene Spechtarten wie den Mittelspecht ist es eine Katastrophe! Ihr Lebensraum wird allzu oft zerstört.

Die ausgelichteten Wälder verlieren überdies ihre Fähigkeit, viel Wasser zu speichern und verlieren ihr feucht-kühles Waldklima und ihre Funktion als Kohlenstoffsenke.

Forst- und Holzkonzerne geben stattdessen die Marschrichtung vor. Die Treuhänder der öffentlichen Wälder sind zu oft zu Erfüllungsgehilfen kurzfristiger wirtschaftlicher Interessen geworden.

Jüngste Beispiele sind z.B. der Ettersberg bei Weimar und das Naturschutzgebiet Rot- und Schwarzwildpark am Stadtrand von Stuttgart.

Dabei hat die höchste Rechtsprechung die Bedeutung des öffentlichen Waldes klar definiert:

„Die Bewirtschaftung des Körperschafts- und Staatswaldes dient der Umwelt- und Erholungsfunktion des Waldes, nicht der Sicherung von Absatz und Verwertung forstwirtschaftlicher Erzeugnisse. Die staatliche Forstpolitik fördert im Gegensatz zur Landwirtschaftspolitik weniger die Betriebe und die Absetzbarkeit ihrer Produkte als vielmehr die Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts“ (BVerfG, Urt. v. 31.05.1990, NVwZ 1991, 53).

„Genau das ist unser Ziel, dafür setzen wir uns ein und dafür erheben wir unsere Stimme“, so Herbert Fahrnbauer, Sprecher der BundesBürger InitiativeWaldSchutz und der Bürgerinitative „Gegen die Waldzerstörung in Bayern“.

Hintergrund:

Wald- und Jagdgesetze priorisieren nach wie vor nutzerorientierte Zielsetzungen. Das Waldgesetz ist ein Waldnutz- und das Jagdgesetz ist ein Jagdschutzgesetz, die voneinander losgelöst oder sogar in einigen Bereichen konkurrierende, interessengeleitete Ziele verfolgen.

Die Naturschutzgesetzgebung, die eigentlich übergeordnete Regelungsinhalte verfolgen sollte, ist nicht mehr als ein „Ritter ohne Schwert“, da dieses sowohl die Wald- als auch die Jagdgesetzgebung gegenüber Zielen des Natur- und Artenschutzes privilegiert.

Die BundesBürgerInitiativeWaldSchutz (BBIWS) wurde am 01.07.2017 gegründet, von Bayern aus angestoßen und ist ein überparteilicher Zusammenschluss von Bürgerinnen und Bürgern, Organisationen etc. Sie verfolgt das ausschließliche Ziel, die praktizierte Bewirtschaftung der Wälder in Deutschland konstruktiv kritisch zu begleiten, Missstände aufzuzeigen, Verbesserungsvorschläge zu unterbreiten und auf eine Gesetzgebung hinzuwirken, die der besonderen Bedeutung unser Wälder gerecht wird.

Die BundesBürger InitiativeWaldSchutz (BBIWS) verfolgt das Ziel, eine Verbesserung des Zustandes der heimischen Wälder durch schonende Bewirtschaftungsformen herbeizuführen, wie dies z.B. im Lübecker Stadtwald bereits seit 20 Jahren erfolgreich praktiziert wird und immer mehr Nachahmer findet, so Claudia Blank, Kerngruppenmitglied der BundesBürger InitiativeWaldSchutz und der Bürgerinitative „Gegen die Waldzerstörung in Bayern“. Die Gemeinwohlfunktionen von Erholungssuchenden, Natur und Artenvielfalt müssen wieder eindeutig vor der Nutzfunktion angesiedelt werden.

Die BundesBürgerInitiativeWaldSchutz (BBIWS) unterstützt dabei, insbesondere soweit es Fragen der Wald- und Wildbewirtschaftung betrifft, die ihr angeschlossenen im Schutz der Wälder aktiven Bürgerinitiativen und Einzelpersonen.

Die Mitgliedschaft in der BundesbürgerInitiativeWaldSchutz (BBIWS) kann aktiv oder passiv erfolgen und ist kostenfrei.

 

Claudia Blank, Herbert Fahrnbauer


 

Sie sind nicht länger damit einverstanden, wie mit IHREM Bürgerwald seit der Forstreform 2005 umgegangen wird? (Öffentlicher Wald = immer noch Bürgerwald)

 

  • Sie fühlen sich nicht mehr wohl in IHREM Nürnberger Reichswald, der immer mehr zum „Holzacker“ verkommt?
  • Sie sind gegen hochtechnisierte profitorientierte Holzernte mit gigantischen „Holzfresser-Maschinen“ (Harvester etc.)
  • Sie leiden darunter, dass immer mehr Bäume insgesamt gefällt werden, insbesondere bei Fällung gesunder Altbäume?
  • Sie sind wie wir nicht gegen Holznutzung und Maschineneinsatz an sich, wünschen sich aber eine weniger massive und überzogene Holzernte und keine Holzindustrie zur Füllung der Staatskasse?
  • Sie sind gegen massive bodenschädigende Eingriffe in Form von Schneisen, die alle 20-30 m in den Wald geschlagen werden? (Dort wächst nie wieder ein Baum! Bodenverdichtung=Bodenvernichtung! Wurzelschädigungen an d. Rändern!)
  • Sie möchten keinen weiteren Forststraßenausbau für die Holzindustrie im Wald? (teils geschottert!Wegrandschädigungen!)
  • Sie sind gegen massive forstliche Eingriffe während der Brut- und Schonzeiten? (von März bis mindestens Ende Juni)

 

Wenn SIE all diesen Punkten zustimmen können, sind Sie bei uns richtig!!! Wir geben dem Wald eins starke Lobby!

Infos zur Bürgerinitiative „gegen die Waldzerstörung“ unter: www.bi-gegen-die-waldzerstoerung.org

Geben auch SIE dem Wald IHRE Stimme, lassen Sich auf unserer Homepage unter „Folgen“ registrieren und regelmäßig informieren (kein Mitgliedsbeitrag!)

Informieren Sie Sich auch unter: www.bundesbuergerinitiative-waldschutz.de (BundesBürgerInitiative WaldSchutz – gemeinsam stark für unseren Wald)

(Inzwischen auch auf Bundesebene, da die Auswüchse der modernen, immer intensiver und „industriemäßig“ agierenden Forstwirtschaft bundesweit anzutreffen sind!)

„Die Bewirtschaftung des Körperschafts- und Staatswaldes dient der Umwelt- und Erholungsfunktion des Waldes, nicht der Sicherung von Absatz und Verwertung forstwirtschaftlicher Erzeugnisse.“ (BVerfG, Urt. v. 31.05.1990, NVwZ 1991, 53).


 

Vielleicht noch einen Hinweis vorneweg:

Achtung: Bald auch geführte 5VoR12 – Wanderungen durch den Reichswald unter dem Motto „Der Nürnberger Reichswald – staatlicher Holzacker oder Bürgerwald und Lebensraum?“ Unter verschiedenen Aspekten führen wir Sie durch unseren Nürnberger Reichswald, und zeigen überdies die Auswirkungen der massiven Forstwirtschaft auf. Der jeweilige Treffpunkt und Termin wird rechtzeitig unter Veranstaltungen im Lokalteil Ihrer Zeitung, sowie auf unserer Webseite angekündigt. 

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