Aktualisierung vom 21.06.2019

Liebe Waldfreunde,

wenn man in den letzten Wochen und Monaten den Medien folgt, rückt der Wald und die Natur immer öfters in die Schlagzeilen. Diese drehen sich um die Themen Borkenkäfer, Schwammspinnerplage, Insektizideinsatz etc. Während diese Probleme meist Gebiete betrafen, die weiter entfernt waren, wurden wir kürzlich mit einem Insektizideinsatz bei Igensdorf überrascht.

Auch Forstbetriebsleiter Johannes Wurm berichtete bei einer Fortbildungsveranstaltung der Evangelischen Akademie in Nürnberg über diese Problematik. Auch wenn er versicherte, es würde nur das schwächste bekannte Mittel eingesetzt, das nach drei Wochen nicht mehr nachweisbar wäre, betrifft es trotzdem auch andere Schmetterlinge und Hautflügler. Die Kollateralschaden an Nicht-Schädlingen treffen auf das Interesse einer zunehmend sensibilisierten Bevölkerung. Eckhard Schulz kontaktierte die Führungsriege der Bayerischen Staatsforsten, die detailliert angaben, welche Mengen auch an hochgiftigen Stoffen eingesetzt wurden.

Erfreulicherweise gibt es seitens der Staatsforsten ein Einsehen, sodaß eine Raupenplage bei Gunzenhausen auch bei Unverständnis der lokalen Bevölkerung sich selbst überlassen wurde, ohne zur Giftkeule zu greifen. Dies erwuchs aus der Erkenntnis, daß ein Pestizideinsatz zu einem erheblichen Schaden und Nützlichen führen würde, der den direkten Schaden durch die Schädlinge bei Weitem übersteigen würde.

Der Zustand des deutschen Waldes muß zunehmend kritisch gesehen werden. Bereits Forstexperten – und damit meine ich nicht alleinig unsere Unterstützer, sondern auch in Staatsdiensten beschäftigte – schlagen Alarm. Parallelen zum Waldsterben in den 80er Jahren werden inzwischen gezogen. Selbst im Bundestag ist der Wald ein Thema.  Da gab es eine Veranstaltung am 13.6.2019 zum Thema „Die Lunge des Planeten retten – Waldschutz zwischen Berlin und Brasilien“ mit Gastredner Peter Wohlleben.

Auch die lokalen Staatsforsten verzichten angeblich seit Herbst 2018 aufgrund der umwelt- und insektenbedingten Waldschäden auf die regulären industriestabsmäßigen Holzernten, und beseitigen (bzw. ernten) nur die geschädigten und befallenen Bäume. Die verbleibenden gesunden Exemplare würden derzeit geschont.

Umso erschreckender ist es, daß eine geplante Hochspannungstrasse im Raum Altdorf/Winkelheid/Feucht zusätzlich massenweise Waldgebiet vernichten soll. Die      380 000 Volt-Leitung mit ihren 75 m hohen Masten würde eine Schneise von 100 m Breite in unseren Wald schlagen. Pro Kilometer Leitung bedeutet dies 10 Hektar Verlust an Waldfläche. Somit würde die Strecke von Ludersheim nach Feucht allein 40 Hektar Waldzerstörung bedeuten. Da Tennet in seinem Hochglanzprospekt die Bedeutung des Bannwaldes betont, stoßen die alternativen Strecken entlang der A6 und nördlich bzw. östlich von Moosbach bei der Bevölkerung auf Unverständnis, zumal eine Kompensationsaufforstung aufgrund fehlender Flächen im Nürnberger Raum nicht möglich ist. Dies ist die gleiche Problematik wie beim Overfly an der Kreuzung A6/A9, der zwischen 16 und 20 Hektar an Wald kostet – ohne adäquate Aufforstungen. Aus diesem Grund können wir nur hoffen, das sich Tennet und die zuständigen Regierungsbehörden auf die Trasse östlich von Winkelhaid und entlang der vorbestehenden Trasse südlich der Staatsstraße 2239 einigen, die aufgrund des Verlaufes über freie Flächen und der Möglichkeit der Wiederaufforstung der alten Trasse den wohl geringstmöglichen Waldflächenverbrauch fordern würde.

Auch in dieser Hinsicht ist es hocherfreulich, daß in Kooperation der BBIWS mit Robin Wood und der Naturwald Akademie der Waldreport initiiert wurde, bei dem Bürger Schäden am Wald bundesweit melden können.

Unsere BI ist zusammen mit der BBIWS am Reichswaldfest am 20./21.07. vertreten. Wenn Sie Fragen haben, oder mit uns diskutieren möchten, können Sie uns dort gerne besuchen.

In eigener Sache:

Erzählen Sie Allen Waldfreunden und Naturinteressierten von unserem Newsletter, damit wir noch mehr Unterstützer erreichen.

Anmeldung wie gehabt auf unserer Startseite rechts unten am Bildschirm unter Folgen!

Ihr Team der BI gegen die Waldzerstörung!


 

Themen:

 

  1. Beitrag von Herbert Fahrnbauer auf der BBIWS-Homepage über den Gifteinsatz im Wald.
  2. Der Waldreport- ein Online-Radar gegen die Waldzerstörung.
  3. Stellungnahme der Grünen zum Pestizideinsatz in Brandenburg.
  4. Anfrage von Eckhard Schulz bei den Bayerischen Staatsforsten bzgl. des Pestizideinsatzes, sowie weitere Literaturangaben.
  5. BundesBürgerInitiative WaldSchutz zeigt Flagge bei globaler Fridays For Future – Bewegung 2019.
  6. Aktueller Stand der Petition zur Waldwende.
  7. Weitere Artikel zum Wald.

Die pink markierten Stellen sind Links, zum Öffnen bitte anklicken. Danke!


 

1

Gift für den Wald!

Am Beispiel der Fichtenwaldmonokulturen werden die Auswirkungen einer jahrzehntelangen falschen Forstpolitik aktuell besonders deutlich. Die Fichte steht auf für sie völlig ungeeigneten Standorten, wo sie besonders anfällig gegenüber schädlichen Einflüssen ist, weil die dort vorhandenen Lebensbedingungen für sie nicht optimal sind. Höhere Temperaturen und immer weniger Niederschläge während der Sommermonate, sowie die gravierenden Einflüsse einer ausschließlich an der Holzernte interessierten Forstwirtschaft tun ihr übriges.

Die daraus resultierenden Ergebnisse werden mittlerweile auch für den Bürger immer deutlicher sichtbar:  höhere Anfälligkeit des Waldes für Sturm, Trockenheit, Schnee, verdichtete Böden verursacht durch tonnenschwere Erntemaschinen, ein deutlich höheres Waldbrandrisiko bereits im zeitigen Frühjahr und ein verstärkter Befall durch Schädlinge, wie Borkenkäfer, großer brauner Rüsselkäfer, Bock- und Prachtkäfer.

Nicht erkennbar für den Bürger ist der durch die großen Schadholzmengen von der Forstindustrie begründete Einsatz von extrem giftigen und umweltschädigenden Insektiziden.

In diesem Zusammenhang erscheinen plötzlich Namen wie „Fastac Forst“, „Fastac Forst Profi“, „Karate Forst flüssig“ oder „Cyperkill Forst“. In Bayern wurden somit  im vergangenen Geschäftsjahr von den Bayerischen Staatsforsten für die Behandlung von ca. 98.000 Festmeter Holz „Fastac Forst“, „Fastac Forst Profi“  und „Karate Forst Flüssig“ gegen Borkenkäferbefall eingesetzt.

Ein detaillierter Blick in dieSicherheitsdatenblätterder Hersteller (z.B. BASF, Sintagro AG,…) zeigt, welche enorme Gefahr von diesen äußerst giftigen Insektiziden mit dem gemeinsamen Wirkstoff „Cypermethrin“ für das Ökosystem Wald ausgeht.

Hierzu auszugsweise ein paar Beispiele:

  • Gesundheitsschädlich;
  • Umweltgefährlich, nicht leicht biologisch abbaubar;
  • Sehr giftig für Wasserorganismen, kann in Gewässern längerfristig schädliche Wirkungen haben;
  • Wassergefährdungsklasse 3 (Selbsteinstufung), d.h. stark wassergefährdend;
  • Trinkwassergefährdung bereits beim Auslaufen geringster Mengen in den Untergrund. In Gewässern giftig für Fische und Plankton, dürfen nicht in der Nähe von Oberflächengewässern eingesetzt werden;
  • Bienengefährlich;

Zum Einsatz von äußerst giftigen und umweltschädigenden Insektiziden gibt es im „Waldwissen“ (näheres unter http://www.waldwissen.net) folgenden Beitrag zur „Regulierung rindenbrütender Borkenkäfer“:

„Im Rahmen des integrierten Pflanzenschutzes im Wald ist es das vorrangige Ziel, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu minimieren. Sofern alle präventiven sowie biologischen, mechanischen und technischen Maßnahmen vollumfänglich ausgeschöpft wurden und Gefahr im Verzug besteht, kann die auf das notwendige Maß beschränkte Regulierung von Schadorganismen mittels zugelassener Pflanzenschutzmittel (Ultima Ratio)in Erwägung gezogen werden. Ist ein Einsatz von Pflanzenschutzmitteln unumgänglich, so hat dieser gemäß den Regeln der „guten fachlichen Praxis“ sowie den spezifischen Anwendungsbestimmungen und Anwendungsauflagen zu erfolgen.“

Die sogenannte „gute fachliche Praxis“ ist vom Grundsatz her „sehr unscharf“ definiert und öffnet damit alle Türen für mögliche Interpretationen. Diese „gute fachliche Praxis“  muss deshalb in diesem Zusammenhang noch stärker  in Frage gestellt werden, wenn man sich die möglichen Gefahren für den Anwender vor Augen hält (auszugsweise):

  • Gefährlich für den Anwender;
  • Gesundheitsschädlich bei Hautkontakt;
  • Verursacht schwere Augenschäden;
  • Kann die Organe schädigen;

Darüber hinaus vermitteln auch die in den Sicherheitsdatenblättern genannten „Erste Hilfe Maßnahmen“  ein Bild von der Gefahr dieser äußerst giftigen und umweltschädigenden Insektizide.

Welche „Erste Hilfe Maßnahmen“ gibt es für das Ökosystem Wald?

Der Einsatz der genannten hochtoxischen Insektizide erfolgt bevorzugt wenn der Wald als Holzlager genutzt und das befallene Holz nicht aus dem Wald entfernt wird (Polterspritzung). Die fatale Kette bestehend aus verfehlter Forstpolitik, klimaschädlicher Waldbewirtschaftung und dem Resultat  sehr großer Schadholzmengen wird von den Verantwortlichen der staatlichen Forstwirtschaft um ein weiteres Glied erweitert, den Einsatz von hochgiftigen Insektiziden mit dem Wirkstoff Cypermethrin, die das gesamte Ökosystem Wald nachhaltig schädigen. Dass es auch ohne Gifteinsatz geht zeigt ein Beispiel aus der Schweiz (Glarner Wald), wo das Käfer-befallene Holz schnellstmöglich aus dem Wald entfernt wird. Ein Blick auf die 3 Säulen „Naturschutz“, „Erholungsfunktion des Waldes für den Menschen“ und „Holzwirtschaft“ zeigt einmal mehr, dass die Holzwirtschaft mit dem Ziel maximaler Erträge die einzig dominierende Größe ist (Werterhaltung von geschlagenem Rundholz). Die Verantwortung für Folgeschäden, die durch den Einsatz von hochgiftigen und umweltschädigenden Insektiziden verursacht werden, übernehmen weder die Politik noch die Forstindustrie oder die Hersteller der Insektizide.

„Zur Vermeidung von Risiken für Mensch und Umwelt ist die Gebrauchsanleitung einzuhalten“.

 Herbert Fahrnbauer  für die Bundesbürgerinitiative Waldschutz


 

2

Neue Website Waldreport.de erfasst bundesweit Waldschäden.

Gemeinsame Pressemitteilung von

– BundesBürgerInitiative WaldSchutz (BBIWS)

– Naturwald Akademie

– ROBIN WOOD

Gegen großflächige Rodungen, Verwüstungen im Wald und die Zerstörung von

Waldwegen können sich Menschen ab sofort online wehren. Den

Waldspaziergang aktiv für Artenvielfalt, den Schutz von alten Bäumen und

das Klima nutzen – das ist die Idee der neuen Webseite Waldreport.de.

Bürgerinitiativen, die Naturwald Akademie und NaturschützerInnen von

ROBIN WOOD haben heute in einem stark gefährdeten Elb-Auenwald in

Hamburg-Altenwerder auf die gemeinsam entwickelte, neue Webseite

Waldreport.de aufmerksam gemacht. Ab sofort können alle auf

Waldreport.de melden, wenn Wald durch schweren Forst-Maschineneinsatz,

Baumaßnahmen oder Rohstoffabbau akut gefährdet ist. Mit einer Markierung

auf einer Online-Karte können wichtige Informationen gesichert und

verbreitet werden. Waldreport.de verschafft damit schnell einen

Überblick über die regionale und bundesweite Situation in unseren

Wäldern. Das Angebot richtet sich an alle naturverbundenen BürgerInnen.

Die gesammelten Informationen stehen Naturschutz, Politik und Medien

jederzeit zur Verfügung.

* Waldschäden systematisch erfassen

Die Aufnahme von Daten im Wald durch Bürgerunterstützung ist eine Idee

der gemeinnützigen Naturwald Akademie und ROBIN WOOD. „Es gibt bisher

keine bundesweite Erfassung darüber, in welchem Maße Waldflächen in

Deutschland, Österreich und der Schweiz durch direkten Eingriff von

Menschen zerstört werden. Über Waldreport.de wollen wir mit Hilfe

interessierter BürgerInnen dazu Daten sammeln. Diese kann jeder und jede

kostenlos einsehen und für die Naturschutzarbeit vor Ort verwenden“,

erläutert Pamela Scholz, Geschäftsführerin der Naturwald Akademie.

Jana Ballenthien, Waldreferentin von ROBIN WOOD ergänzt: „Unsere

langjährige Erfahrung im Schutz der Wälder vor den Profit-Interessen

weniger Unternehmen zeigt, dass wir nur gemeinsam mit aktiven

NaturfreundInnen die Zerstörung unserer Lebensgrundlage stoppen können.

Mit Waldreport.de können wir NaturschützerInnen besser vernetzen und

schneller auf gefährdete Wälder aufmerksam machen.“

„Waldreport.de ist für uns ein praktisches Tool, da es die vielen

Beobachtungen von zahlreichen Wald-Bürgerinitiativen zentral

zusammenführt. So kann das sichtbare Ausmaß der Missstände und

Zerstörungen unseren Forderungen nach einer schonenderen Waldbehandlung

und einem neuen Waldgesetz Nachdruck verleihen. Dass nicht nur ein paar

Waldtrolle, sondern viele Bürger eine andere Waldwirtschaft wollen,

zeigen die fast 100.000 Unterstützer unserer Petition ‚Wald statt

Holzfabrik'“, erklärt die Sprecherin Dr. Petra Ludwig-Sidow der BBIWS.

* Auenwald durch Hafenerweiterung bedroht

Als Ort für die öffentliche Präsentation der neuen Website wählten die

Initiatoren heute einen gefährdeten Wald: In Hamburg-Altenwerder ist

geplant, 45 Hektar eines seltenen Auen- und Feuchtwaldes in den

Vollhöfner Weiden für die Hafenerweiterung zu roden. Dadurch sind 23.000

Bäume und sechs geschützte Fledermausarten wie die Rauhaut- und

Wasserfledermaus gefährdet. Hinzu kommen mehrere „Rote-Liste“-Vogelarten

wie Gelbspötter, Kleinspecht und Trauerschnäpper. Die Fläche verbindet

verschiedene Biotope und Naturschutzgebiete im Raum der Süderelbe und

hat dadurch eine wichtige Funktion für den Erhalt der genetischen

Vielfalt. Aus Protest gegen die drohende Waldzerstörung spannten

KletterInnen von ROBIN WOOD heute zwischen Bäumen ein Banner mit der

Aufschrift: „Das Roden unserer Wälder verursacht Artensterben &

Klimawandel“.

Medienkontakte:

– ROBIN WOOD, Jana Ballenthien, Waldreferentin, Tel. 040 / 380 892 11,

wald@robinwood.de; Ute Bertrand, Pressesprecherin, Tel. 0171 / 835 95

15, presse@robinwood.de

– Naturwald Akademie, Matthias Fischer, Pressereferent, Tel. 0163 / 428

84 04, fischer@naturwald-akademie.org

– BBIWS, Claudia Blank, Tel. 01575 / 28 42 641 und Susanne Ecker Tel.

0172 / 54 30 112

* * *

Über die Organisationen:

Die BundesBürgerInitiative WaldSchutz (BBIWS) wurde 2017 gegründet und

ist ein überparteilicher Zusammenschluss von Bürgerinnen und Bürgern und

deren Organisationen aus vierzehn Bundesländern. Sie verfolgt das Ziel,

Wälder in Deutschland zu schützen und zu bewahren.

Die gemeinnützige Naturwald Akademie gGmbH ist eine unabhängige

Forschungs- und Bildungseinrichtung. Die Akademie erstellt

naturschutzfachliche Analysen des mitteleuropäischen Waldes und

erforscht das Klimaschutzpotenzial von Wäldern.

ROBIN WOOD e.V. ist eine gewaltfreie, basisdemokratische

Aktionsgemeinschaft für Natur und Umwelt. Die Organisation tritt seit

1982 engagiert für den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen ein. Ein

wichtiger Themenschwerpunkt von ROBIN WOOD sind der Erhalt sowie die

ökologische Bewirtschaftung von Wäldern.

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3

Herbert Fahrnbauer fragte bei MdB Anton Hofreiter an:

Sehr geehrter Herr Dr. Hofreiter,

Friday`s for Future, eine überaus erfolgreiche Petition zum Schutz der Artenvielfalt in Bayern „Rettet die Bienen“, umfangreiche Aktivitäten der Bundesbürgerinitiative Waldschutz, zeigen das enorme Interesse der mündigen Bürger auf, dass sich die aktuelle Umweltpolitik deutlich mehr für den Erhalt der Umwelt und deren Artenvielfalt einsetzen muss. Die Realität dazu sieht leider weniger positiv aus, wenn man sich beispielsweise den derzeitigen Insektizideinsatz in den Wäldern Brandenburgs (siehe beiliegende Petition) betrachtet, wo großflächig das extrem gefährliche und umweltschädigende Insektizid „Karate Forst flüssig“ über die Luft weiträumig versprüht wird. Die Folgen für die Umwelt und die betroffenen Bewohner sind katastrophal, der Schutz der Umwelt und der Artenvielfalt wird damit „mit Füssen getreten“. In diesem Zusammenhang bitten wir Sie um Ihre politische Unterstützung, dass der großflächige Insektizideinsatz in den Wälder Brandenburgs sofort ! eingestellt wird. Wir werden Ihre politischen Aktivitäten dazu und deren Ergebnisse kritisch hinterfragen, wenn Sie im Juli 2019 auf dem Nürnberger Reichswaldfest Ihre Festrede zum Thema „Die Zukunft unseres Waldes – Artenvielfalt, saubere Luft und gutes Klima“ halten.

Antwort des Büros von Anton Hofreiter:

Guten Tag Herr Fahrnbauer,

haben Sie vielen Dank für Ihre Mail vom 13. Mai. Wir teilen Ihre Sorge um den Wald und sehen den Einsatz von Karate Forst flüssig in Brandenburg sehr kritisch. Daher war Toni Hofreiter am vergangenen Sonntag bei Karl Tempel, dem erfolgreichen Initiator der eindrucksvollen Petition an die brandenburgische Landesregierung. Wir konnten uns gemeinsam mit über 100 Teilnehmern auf einem Waldspaziergang ein Bild von dem spannenden Waldumbau im Tempelwald bei Borkwalde und dem fragwürdigen geplanten Insektizideinsatz machen.
Auch die Presse berichtete darüber: https://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/1729984/

Der Einsatz von Karate Forst flüssig ist in Brandenburg am Freitag vor einer Woche durch das Oberverwaltungsgericht erfreulicherweise gestoppt worden. Dadurch blieben der Wald von Karl Tempel und viele andere Flächen im Landkreis Potsdam-Mittelmark vorerst verschont.

Gern kann Toni Hofreiter auf dem bevorstehenden Reichswaldfest die grünen Aktivitäten und waldpolitischen Forderungen erläutern. Vielleicht wollen Sie schon zuvor mit uns zu diesen Punkten ins Gespräch kommen? Ein guter Anlass dafür wäre unsere Waldkonferenz am 14. Juni. https://www.gruene-bundestag.de/no_cache/termin/die-lunge-des-planeten-retten-waldschutz-zwischen-berlin-und-brasilien.html

Mit besten Grüßen
Rüdiger Herzog


 

4

Anfrage Eckhard Schulz:

Betr.: Antrag auf Auskunft gemäß Art. 3 Bayerisches Umweltinformationsgesetz

Sehr geehrter Neft,

laut Bayerischem Umweltinformationsgesetz (BayIG) habe ich gemäß Art.3.Abs.1 Satz 1. ohne weitere Begründung Anspruch auf freien Zugang zu Umweltinformationen. Ich möchte Sie aus aktuellem Anlaß daher um Auskunft über den Einsatz von Spritzmitteln zur Insektenbekämpfung in den Bayerischen Staatsforsten bitten, und zwar:

  1. Welche Insektizide (bitte die einzelnen Namen) werden im Forst verwendet und für welche Schädlinge?
  2. Welche Mengen dieser Mittel wurden 2018 ausgebracht, Angaben bitte aufgeteilt für die jeweils einzelnen Spritzmittel?

Sollten Sie meinem Antrag nicht stattgeben, bitte ich um schriftliche Begründung (E-Post einverstanden).

Eine zeitnahe Beantwortung würde ich sehr begrüßen.

Antwort Bayerische Staatsforsten:

190417_a_Antwortschreiben_Eckhard_Schulz

Weitere Artikel zum Pestizideinsatz:

https://www.sueddeutsche.de/news/wirtschaft/forstwirtschaft—nuernberg-drohender-kahlfrass-waelder-mit-insektengift-besprueht-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-190502-99-54155

https://www.nordbayern.de/region/forchheim/heli-verspruht-grossflachig-insektengift-uber-igensdorf-1.8886116?fbclid=IwAR02I08Pbhw7QU6lTKzN_sMFGIcOB7d7ZsVdBtjhC6plFv7Qgmo82WVCqns


 

5

BundesBürgerInitiative WaldSchutz zeigt Flagge bei globaler Fridays For Future – Bewegung 2019

Unter dem Motto „Waldschutz ist Klimaschutz – Maschinen, Gift und hochtechnisierte Holzindustrie raus aus unseren Wäldern“ präsentierten sich BBIWS – Mitglieder u.a. in Nürnberg, wo die globale Fridays-for-Future-Bewegung wieder zahlreiche junge Menschen mobilisierte. Bei der Freitags – Demo in Nürnberg am 24. Mai versammelten sich die Aktivisten am Weißen Turm, um gemeinsam durch die Innenstadt zu ziehen. Nicht nur Schüler und Studenten, sondern auch Eltern und Großeltern forderten mit lautstarken Parolen eine Klimawende. „Hopp, hopp, hopp, Kohlestopp!“, „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns das Klima klaut!“ „Wir woll’n keine Klimaschweine!“ und „Leute lasst das Glotzen sein – reiht euch in die Demo ein!“
Während die Holzindustrie Klimaschutz mit Waldbewirtschaftung und Holzver(sch)wendung gleichsetzt, setzen bundesweit die WaldschutzInitiativen auf Maßhaltung, schonende Waldbewirtschaftung und mehr Naturwälder.
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6

Aktueller Stand unserer Petition:  92.570 Unterzeichner – auch das neue Update zur  ist eingestellt:

https://www.change.org/p/w%C3%A4lder-sind-keine-holzfabriken-es-reicht-wir-fordern-ein-neues-bundeswaldgesetz-juliakloeckner-svenjaschulze68/u/24683597


7

Beitrag der MOZ über Peter Wohlleben:

https://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/1735161

Forstexperten machen sich Sorgen über den Zustand der deutschen Wälder:

ForstwirtschaftExperte: „So dramatisch wie beim Waldsterben in den 80ern“

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Tote Bäume im Harz (Archivbild) (picture alliance / Arco Images / R. Schlepphorst)

Forstexperten machen sich Sorgen über den Zustand der deutschen Wälder.

Diese litten nach dem Hitzesommer 2018 weiter unter Trockenheit und Schädlingsbefall, sagte der Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrats (DFWR), Georg Schirmbeck, der „Frankfurter Rundschau“. Das Frühjahr habe kaum Entspannung gebracht, denn die Niederschläge hätten bei weitem nicht ausgereicht, um das Wasserdefizit in tieferen Bodenschichten aufzufüllen. Schirmbeck warnte, der Klimawandel und seine Folgen bedrohten die deutschen Wälder zunehmend in ihrer Existenz. „Die Situation ist so dramatisch wie beim Waldsterben in den 1980er Jahren.“

Nach Schätzungen des DFWR ist mehr als ein Drittel der eine Milliarde Neupflanzungen der letzten drei Jahre aufgrund der langanhaltenden Dürre vertrocknet. Allein die Nachpflanzung koste die Waldbesitzer über eine halbe Milliarde Euro, sagte Schirmbeck. Er appellierte an Bund und Länder, die Finanzhilfen gerade für die Waldbesitzer mit kleineren Flächen zu erhöhen. Umweltschützer fordern dagegen, höhere Hilfen an Bedingungen zu knüpfen. Die Waldbesitzer müssten verpflichtet werden, naturnah zu wirtschaften und tatsächlich nur standortangepasste Bäume zu pflanzen, sagte Greenpeace-Experte Christoph Thies dem Blatt. Zudem müsse die CO2-Speicherfunktion der Wälder gestärkt werden.


 

 

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